Schenkenhorst l Rund 150 Musikfreunde hatten am Freitagabend den Weg nach Schenkenhorst gefunden, um sich unter den alten Linden den Gesang der Chöre anzuhören. Der Engerser MGV hatte sich als Verstärkung den Frauenchor aus Klötze und den Männergesangverein Wenze eingeladen.

Außerdem spielten die Bismarker Blasmusikanten auf, die das Publikum mit schmissigen Tanzliedern, aber auch traditionellen Heimatklängen unterhielten. „Drei weiße Birken“ oder „Hohe Tannen“ gehörten ebenso zum Programm wie die Tatra-Polka.

Gastgeber singen "Grüß Gott"

Den Reigen der Chöre eröffneten die Gastgeber aus Engersen und starteten mit „Grüß Gott“ und dem Bundeslied, beschworen das Glück vor der Tür des „Weißen Rössls“ und stimmten die Gäste mit „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ auf einen langen gemütlichen Sommerabend mit Musik und guter Laune ein.

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Der einzige Frauenchor in der Runde schaffte es kess und humorvoll, sich zwischen den Männern zu behaupten. Als Moderator Wolfgang Reboné bei der Chorvorstellung versehentlich verkündete, die Klötzer Damen würden das Lied „Ach, ihr armen Mädel“ singen, brandete ihm unisono ein empörtes „Männer!“ aus den Damenkehlen entgegen. Und was hatten die Klötzerinnen dem angeblich starken Geschlecht so alles ins Stammbuch zu schreiben. „Muskeln haben sie, doch wir Verstand“, stellten die Damen klar und verbreiteten sich dann über Männerkrankheiten und sterbenskranke, todgeweihte Männer, die sich einen Schnupfen eingefangen haben. Immerhin, sie schlossen nach dieser Standpauke mit einem versöhnlichen: „Es gibt Exemplare, die sind wunderbar.“ „Da haben sie aber gerade noch die Kurve gekriegt“, kommentierte Reboné den Beitrag. „Außerdem: „Ganz ohne Männer geht die Chose nicht.“

Wenzer besingen Trauben in der Tonne

Das belegte auch sehr eindrucksvoll der folgende Auftritt der Wenzer Männer, die mit „Wir wollen singen“, „Lore, Lore“, dem Lied vom Hollerstrauch, aber vor allem mit „Trauben in der Tonne“ wahre Sangesfröhlichkeit aufkommen ließ.

Viel zu tun hatte an diesem Abend Dirigent Manfred Lenz: Er hatte alle drei Chöre unter seine Fittiche genommen und war somit im Dauereinsatz. „Aber das schafft er auch mit 40 Fieber“, betonte Reboné.

Dass die Chöre auch untereinander harmonieren und gut zusammen passen, zeigte sich im zweiten Teil der Veranstaltung. Denn die Klötzer Damen und die Wenzer Herren nahmen gemeinsam die Bühne in Besitz und sangen mit vereinten Stimmen.

Nach den Beiträgen der Chöre war der Abend dann auch noch lange nicht zu Ende. Für den Rest der Nacht hatte der MGV Engersen „DJ Joe“ engagiert. Er sorgte mit seinem Musikprogramm für Stimmung im Schenkenhorster Park.

100-Jahr-Feier steht bevor

Für den MGV Engersen steht nächstes Jahr ein Jubiläum an: Dann feiern die Sänger nämlich ihr 100-jähriges Bestehen. Gründungsmitglieder gebe es jedoch im Verein keine mehr, hieß es. Bei den Bismarker Blasmusikanten gebe es indes noch zwei Gründungsmitglieder, ließ die Blechblas-Formation wissen. Die Bismarker hatten nämlich gerade ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.