Gardelegen l Der Hochbau ist das Metier von Ottmar Wiesel. Große Projekte hat er als Hochbauingenieur für die Hansestadt Gardelegen schon betreut. Unter anderem begleitete er die Sanierungsmaßnahmen rund um das Gutshaus in Lindstedt und das sowohl während der Zeit, als das historische Gebäude in kommunaler Hand war, als auch nachdem das Objekt dem Verein Historische Region Lindstedt und Umgebung übergeben wurde. So wurden dort die Fassade erneuert, sämtliche Fenster ersetzt, eine Wärmedämmung installiert, verwitterte Balken ausgetauscht und Gefache erneuert. Außerdem wurde die Kindertagesstätte in der unteren Etage modernisiert.

Aber damit nicht genug. Wiesel betreute 2013/14 die Sanierung der Miester Grundschule, war dabei, als in Mieste Kindertagesstätte und Feuerwehrgerätehaus neu gebaut wurden. Zuletzt begleitete er das Mammutprojekt Kinderzentrum Estedt, bei dem Kinderkrippe, Kindertagesstätte, Hort und Turnhalle an einem Standort zusammengefasst werden. Ein großes Projekt, dass der Hochbauingenieur auch als Bauamtsleiter der Hansestadt Gardelegen noch bis zur Fertigstellung begleiten wird. „Bis hin zur Abrechnung bin ich noch mit dabei“, berichtete er im Volksstimme-Gespräch.

Alles unter einen Hut bekommen

Große Projekte und Investitionen sind die eine Seite. Auf der anderen Seite wollen die Objekte auch unterhalten werden. „Ob ein Schloss kaputt ist, Renovierungen oder die Umsetzung neuer Auflagen anstehen, es gibt immer etwas zu erledigen“, so Wiesel.

Bei den großen Projekten hatte es der Schwiesauer auch immer wieder mit besonderen Herausforderungen zu tun. Bei der Sanierung der Grundschule Mieste beispielsweise waren Sicherheitsvorgaben im Falle eines Amoklaufes umzusetzen. „Dazu gab es eine polizeiliche Beratung“, erinnerte er sich. Beim Umsetzen von Baumaßnahmen seien eben auch immer verschiedene Belange und Interessen unter einen Hut zu bekommen. Als Beispiel nannte er den Neubau beziehungsweise die Sanierung von Kindertagesstätten. Auf der einen Seite sollen die Kinder nicht einfach aus dem Gebäude laufen können, andererseits sind für den Ernstfall aber Fluchtwege aus allen Räumen erforderlich, so Wiesel.

Aus Berlin in Altmark zurückgekehrt

Diese Herausforderungen zu meistern, das schätzt Wiesel an seinem Beruf. Diese Fähigkeit wird er nun auch als Leiter des Gardelegener Bauamtes umsetzen.

Seine beruflichen Anfänge lagen für Ottmar Wiesel in Potsdam und Berlin. In Potsdam studierte er Bauingenieurwesen, Fachrichtung Hochbau. Bis 1995 wirkte er in Berlin. Im öffentlichen Verwaltungsdienst war er dort im Hochbau tätig. Dann kehrte der Altmärker aber in seine Heimat, nach Schwiesau, zurück. Zunächst arbeitete er für ein Architekturbüro in Klötze. Als 1999 ein Bauamtsleiter für die Verwaltungsgemeinschaft Gardelegen Land gesucht wurde, schrieb Wiesel seine Bewerbung. „Aus rund 40 Bewerbern erhielt ich die Zusage“, erinnerte er sich nun noch einmal.

Fotografieren und Brot backen

2006 erfolgte eine Fusion mit der Verwaltungsgemeinschaft Mieste. Es entstand die Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark. Auch für diese war Wiesel als Bauamtsleiter tätig, kümmerte sich um die baulichen Belange von insgesamt 26, damals noch eigenständigen, Gemeinden. 2011 folgte die Eingemeindung zur Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen. Weil Gardelegen bereits einen Bauamtsleiter, nämlich Engelhard Behrends, hatte, rückte Wiesel ins Glied zurück und war wieder für den Bereich Hochbau, speziell für die Ortsteile der Einheitsgemeinde, zuständig. Nachdem Behrends sich nun in den Ruhestand verabschiedete, bewarb sich Wiesel um den Posten und sitzt nun auf dem Stuhl des Bauamtsleiters. Auf die neuen Herausforderungen freut er sich. Um diese zu meistern, legt er Wert auf einen Ausgleich in der Freizeit. Er verreist gern. Wenn es ihn nicht gerade in die Ferne zieht, so geht er zwei weiteren Hobbys nach. Zum einen fotografiert Ottmar Wiesel gern. Bereits als Kind bekam er eine Kamera geschenkt. Seither beschäftigt er sich mit der Fotografie, brachte sich das Entwickeln von Bildern bei und hat sich eine eigene Dunkelkammer eingerichtet. Auch Dias gestaltete er. Mittlerweile fotografiert er digital.

Sein zweites Hobby entdeckte der inzwischen 56-Jährige erst vor Kurzem. Es ist das Brotbacken. Wiesel schätzt naturbelassene Brotsorten. Er selbst backt daher auch meist mit Sauerteig. Die Sonntagsbrötchen für die Familie bereitet er ebenfalls selbst zu. Und wer weiß, vielleicht sind die Brötchen für den Einstand als Bauamtsleiter selbstgemacht.