Solpke l Das Bild hat sich allmählich verwandelt. Und auch heute würde dem Auto- und Radfahrer, der an der Solpker Verkehrsinsel vorbeifährt, noch nicht wirklich eine große Veränderung auffallen. Doch wer genauer hinsieht, bemerkt – auf der Insel wächst kein Gras und Unkraut mehr. Andere Pflanzen, die dicht an dicht stehen, bedecken die rund 400 Quadratmeter. Ab und zu ist auch schon mal eine leuchtend bunte Blüte zu entdecken.

Saatgut für Extremstandorte

Bei den höheren Pflanzen in der Mitte der Insel handelt es sich um Lilien, erläutert Christa Ringkamp von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt. Sie wurden in einem breiten Streifen im April mit der Maschine gesetzt und werden in spätestens vier Wochen in einem orange-gelb-roten Farbton blühen und die Insel zum Leuchten bringen. Um den Streifen herum wurde Saatgut für eine Blühwiese auf Extremstandorten gesät. Dieser enthält unter anderem Samen von Mohn, Scharfgarbe, Kornblume und Ringelblume, die das Farbenspiel ergänzen werden.

Die Gartenakademie hat die entsprechenden Pflanzen und Sämereien zusammengestellt und das Pflanzen und Säen begleitet. Nun wird sie auch noch die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Gardelegen im Umgang mit der neuen Pracht schulen, die aber eigentlich, so Ringkamp, keiner großen Pflege bedarf. Im ersten Jahr müsse vielleicht mal die Melle, die sich dazwischen gemogelt hat, herausgezogen werden. Denn außer nach der Aussaat muss nicht einmal gegossen werden, erklärt Hartmut Krüger, Beiratsmitglied der Gartenakademie, mit Blick auf eigene Erfahrungen. Denn ein so genannter Blühstreifen befindet sich auch vor seinem Haus und an der ehemaligen Kapelle St. Georg in Gardelegen. Erst im Herbst, wenn sich die Pflanzen wieder ausgesamt haben, müssen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei aktiv werden und auf der Insel einmal mähen.

Aushängeschild für das Dorf

Das hören Wolfgang Loose, Chef der Straßenmeisterei Gardelegen, und Manfred Krüger, Leiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB) Regionalbereich Nord, gern. Denn im Leistungskatalog gibt es einen Mindestturnus für Pflegearbeiten, der mit dieser Begrünung gut vereinbar ist, da der Pflegeaufwand sehr gering ist. Wie Manfred Krüger sagt, war es auch Wunsch der Kommune, dass die Verkehrsinsel gestaltet wird. Denn es sei ja auch ein Aushängeschild für das Dorf. Und das mit der Gartenakademie entwickelte Konzept dient allen: der Natur und den Insekten sowie dem Menschen, dem ein ästhetischer Blick geboten werde.

Neben der Solpker Verkehrsinsel wurden im Rahmen des Pilotprojektes auch noch die 600 Quadratmeter große Fläche des Kreisverkehrs zwischen Lockstedt und Neuendorf in gleicher Form gestaltet sowie eine Verkehrsinsel in Leppin. Insgesamt investiert die Landesstraßenbaubehörde dafür 3500 Euro. Sollte sich diese Form der Begrünung bewähren, könne sie auch an anderen Stellen zur Anwendung kommen. Wolfgang Loose nannte als mögliche Beispiele die Abfahrtsrampen an den Umgehungsstraßen oder auch die Verkehrsinseln in der Kernstadt Gardelegen selbst. Ansonsten gebe es im Bereich der Straßenmeisterei nur noch kleinere Verkehrsinseln, die gepflastert sind.