Estedt l Fast eine ganze Woche lang hatte Fleischermeister Siegfried Wohlgemuth gemeinsam mit seinen Helfern Otto und Kurt Volber, Bruno Alsleben und Mario Steffen gearbeitet, um die weithin bekannten und begehrten Osterbratenpreise vorzubereiten. Drei Schweine – jeweils 100 Kilogramm schwer – wurden geschlachtet und zum Teil zu Wurst verarbeitet. Und die wurde auf Schlachteplatten bei der Auswertung des 13. Pokalschießens um den Weißen Stein am Donnerstagabend im Estedter Saal serviert. Der Estedter Schützenverein als Gastgeber konnte sich über ein volles Haus freuen und über eine gute Beteiligung am Pokalschießen. 153 Schießsportfreunde legten mit dem Luftgewehr auf die Scheiben an. 14 Wettkampftermine waren ausgeschrieben. Mehr als 5000 Diabolos wurden verschossen.

Mehr als 5000 Diabolos verschossen

Der Vorsitzende des Estedter Schützenvereines, Bruno Alsleben, zeigte sich erfreut, dass unter den 153 Teilnehmern 89 Schießsportfreunde waren, die keinem Verein angehören, also als Laien an den Start gingen. Dazu gehörte auch Matthias Ophoff aus Kremkau. Der junge Mann nahm zum ersten Mal an diesem Wettstreit teil und hatte auch zum ersten Mal mit einem Luftgewehr auf die Zielscheibe angelegt. Und das mit sicherer Hand und sicherem Blick, denn er erreichte beim Estedter Pokalschießen 2018 den zweiten Platz.

Platz eins sicherte sich Heiner Falk von der Kalbenser Schützengilde. Er holte damit den schwersten Pokal der Altmark, den Weißen Stein, für ein Jahr in die Mildestadt. Zur Siegerprämie gehörte zudem auch der schwerste Bratenpreis. Über den dritten Platz konnte sich Lisel Volber vom Estedter Schützenverein freuen. Die jüngste Teilnehmerin beim Pokalschießen war die zwölfjährige Lisa Heinze aus Estedt, der älteste Otto Volber (83).

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Für alle 153 Schießsportfreunde gab es einen Braten- oder Sachpreis. Außerdem erhielten die Sieger der jeweiligen Wettkampftage eine – oder auch mehrere Flaschen Sekt. Der Vorjahressieger, Hans-Peter Ott aus Knesebeck, wurde mit einem Ablösepokal, einem Weißen Stein im Miniaturformat, geehrt. Den gab es auch für Marcel Schmidt von der Kalbenser Schützengilde. Er war der Teilnehmer mit den meisten Schießversuchen.

Ablösepokale jährlich neu gefertigt

Der Weiße Stein als Pokal liegt in der Estedter Geschichte begründet. Den gab es nämlich wirklich als Findlingsstein an einer Wegkreuzung im Wald, erzählte Bruno Alsleben. Zu DDR-Zeiten, als die Gegend um Estedt noch von russischen Militärs als Manövergebiet genutzt wurde, sei der Stein verschwunden. Der wurde lange gesucht und später in der Erde – mit Panzerkettenmuster – wiedergefunden. Zuvor jedoch hatten Estedter Einwohner dort einen neuen Stein aufgestellt, angefertigt von einem Steinmetz aus Kalbe. Die Wegekreuzung mit den zwei weißen Steinen – der Originalstein blieb in der Erde – ist heute ein Treffpunkt mit Sitzbänken zum Ausruhen.

Jedes Jahr am 1. Mai findet dort ein kleines Fest statt, das die Estedter Jäger und die Schützen organisieren, mit Grillen und einem Büchsenwettbewerb. Und der Sieger dieses Büchsenzielwerfens bekommt ebenfalls einen kleinen weißen Stein als Siegerpokal. Am 14. Juli wird in Estedt erneut groß gefeiert. Auf dem Programm steht dann das jährliche Schützenfest mit der Proklamation der neuen Majestäten. Und ein Programm zum Kaffeenachmittag wird es dann auch wieder geben, kündigte Alsleben an.