Künstlerstadt

Potentiale-Festival in Kalbe geht als Modellprojekt in die dritte Runde

Zum dritten Mal organisierte der Künstlerstadt-Verein Kalbe das Potentiale Festival für improvisierte Musik. Die Konzerte fanden größtenteils auf der Wiese an der Ostpromenade statt. Weitere Austragungsorte waren die Kulturscheune, Kirche und Kirchplatz sowie das Gerichtsgebäude.

Von Doreen Schulze
Jonas Gerigk hatte beim Potentiale-Festival mehrere Auftritte.
Jonas Gerigk hatte beim Potentiale-Festival mehrere Auftritte. Foto: Doreen Schulze

Kalbe - 15 Künstler – Musiker, Performer, Zeichner und Gedichte- und Geschichtenschreiber waren beim Potentiale-Festival in Kalbe dabei.  Die dritte Auflage dieses Festivals für improvisierte Musik konnte als Modellprojekt während der Pandemie  an den Start gehen. Erst wenige Tage vor der Eröffnung erhielt der Künstlerstadt-Verein, Organisator der Veranstaltung, das Okay vom Land. In sehr kurzer Zeit mussten letzte Vorbereitungen getroffen werden – ein bisschen auch improvisiert werden.  Dennoch konnte nicht alles stattfinden, wie geplant. So durften etliche Workshops nicht an den Start gehen. „Das ist sehr schade“, sagte Corinna Köbele, Initiatorin des Künstlerstadt-Vereines, im Gespräch. Umso mehr freute sie sich auf die Darbietungen der Künstler.

Stattfinden konnten dann aber doch der Radioworkshop für Kinder und Jugendliche mit den Medienpädagoginnen Jana Winter und Anne Klein vom freien Radiosender coloRadio aus Dresden. Die acht jungen Teilnehmer führten mit Protagonisten des Festivals Interviews und erfuhren, wie Beiträge geschnitten werden.

Wer lieber häkelt beziehungsweise Handarbeitskniffe erlernen möchte, der war beim Stand der Kalbenser Handarbeitsfrauen richtig. Kurzfristig erhielten sie Bescheid, dass sie ihren Workshop anbieten können.

Soundmaschinen zum Selberbauen

Ebenfalls angeboten wurde im bunten Tipi vor der Kirche der Workshop mit dem Musiker und Sounddesigner Alwin Weber. Bei ihm konnten Kinder und Erwachsene aus kleinen Schaltkreisen mit den verschiedensten Materialien kleine Soundmaschinen herstellen. Über elektrische Impulse entstanden rhythmische Geräusche. Und diese Unikate kamen auch bei den Konzerten zum Einsatz.

Internationale Künstler der Szene der improvisierten Musik spielten von Donnerstagabend bis in den Sonntagmorgen. Gäste, die sich auf das Programmheft verlassen haben, mussten allerdings feststellen, dass sich viele Programmpunkte verzögerten und zu späterer Zeit als angegeben starteten. Bereits bei der Eröffnung am Donnerstag wurde das akademische Viertel überschritten.

Das Festival lockte auch Gäste außerhalb der Region an. Der große Ansturm auf den Kulturhausplatz als Parkplatz, den die Initiatoren als solchen mit Sprühkreide – ohne Absprache mit dem städtischen Ordnungsamt (Volksstimme berichtete) – kennzeichneten, blieb allerdings aus.

Bei den Konzerten waren nur wenige Kalbenser als Zuschauer dabei. Mehr Interesse bei den Einwohnern weckte hingegen die Podiumsdiskussion im Rahmen des Festivals am Freitag. Thematisiert wurde, wie es zu erreichen sei, dass Menschen sich für das Gemeinwohl engagieren.  Gäste waren   Michael Ziche, Landrat im Altmarkkreis Salzwedel,   Ralf Wolkenhauer, Unterabteilungsleiter „Ländliche Räume“ im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, die Stadtratsvorsitzende und Brunaus Ortsbürgermeisterin Ortrun Cyris sowie  die Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele.