Estedt l Die Freiwillige Feuerwehr Estedt soll ein neues Gerätehaus bekommen. Diese Pläne der Hansestadt Gardelegen befürwortet auch der Estedter Ortschaftsrat, wie Ortsbürgermeister Volker Schmidt auf Nachfrage mitteilte. Entstehen soll ein modernes, dem heutigen Standard entsprechendes Gerätehaus mit Fahrzeughalle, Umkleidekabinen, einem Sanitärtrakt, einem Versammlungsraum und sogar mit einer kleinen Terrasse. Und dieses Gerätehaus soll eine Art Prototyp für weitere Feuerwehrgerätehäuser in der Hansestadt Gardelegen werden, die in den nächsten Jahren gebaut werden müssen.

Notwendig wird dieser Neubau, weil das bisherige Gerätehaus in Estedt bei Weitem nicht mehr den heutigen Anforderungen gerecht werde, wie Stadtwehrleiter Sven Rasch im Volksstimme-Gespräch erklärte. „Da mangelt es an allem. Die brauchen das am nötigsten“, sagte er.

Mit Hülse für den Maibaum

Einen Neubau für die Estedter Kameraden gibt es, obwohl die Wehr nicht zu den einsatzstärksten der Hansestadt zählt. Vielleicht ändere sich dies aber mit einem neuen Gerätehaus, so Rasch, denn möglicherweise ziehe es wieder mehr Freiwillige in die Feuerwehr, wenn zu sehen sei, dass sich die Stadt für dieses Ehrenamt einsetze, Geld in die Hand nehme.

Entstehen soll das neue Gerätehaus in der Ortsmitte auf einer derzeitigen Freifläche an der ortsdurchführenden Straße. Für diesen Neubau hat die Hansestadt Gardelegen das Grundstück bereits erworben. Der zentrale Platz am Gerätehaus soll aber auch für kulturelle und gesellige Treffen im Ort genutzt werden. So ist vorgesehen, dort eine Hülse einzulassen, um den Maibaum und den Weihnachtsbaum im Ort aufstellen zu können, wie Volker Schmidt berichtete. Denn die Feuerwehr sei im Ort auch für den geselligen Zusammenhalt zuständig.

Anschließend folgt Solpke

Das Domizil für Estedt befindet sich derzeit in der Planung, wie Sven Rasch informierte. Noch in diesem Jahr sollen die Ausschreibungen erfolgen und vorbereitende Maßnahmen, zum Beispiel die Vermessung, stattfinden. Die Baumaßnahme selbst soll im kommenden Jahr beginnen. Rasch ist zuversichtlich, dass der Neubau ebenfalls im kommenden Jahr fertiggestellt werden kann.

Das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro entwirft aber nicht allein ein neues Gerätehaus für Estedt, sondern quasi gleichzeitig für alle weiteren Orte, die in Zukunft ein neues Feuerwehrdomizil brauchen. „Wir nehmen ein Ingenieurbüro. Das erstellt einen Plan für ein Gerätehaus, nennen wir es Gerätehaus Gardelegen. Was die Maße betrifft, die Zahlen für die Statik und so weiter können wir das dann auch für weitere Gerätehäuser wiederverwenden“, erläuterte Rasch das Prozedere. So ist vorgesehen, dass nach der Fertigstellung in Estedt auch in Solpke ein solches Feuerwehrgerätehaus gebaut werden soll. Laut Brandschutzbedarfsanalyse werden weitere Orte folgen.

Fördermittel vom Land

In Solpke soll das Gebäude neben dem derzeit bestehenden errichtet werden, so der Stadtwehrleiter. Auch das Gerätehaus dort entspreche nicht mehr den erforderlichen Standards. Da in Solpke auch tagsüber eine Einsatzbereitschaft von mindestens sechs Einsatzkräften vorhanden ist, können für den Bau dort Fördermittel beim Land beantragt werden. Der Gesamtkostenpunkt für ein neues Gerätehaus liege bei 500.000 bis 700.000 Euro, so Rasch.