Gardelegen l Für die Abiturienten des Abschlussjahrganges 2020 werden es ganz ruhige Vorprüfungen sein, die nun im Gardelegener Gymnasium beginnen. Die Schule ist, wie alle anderen Schulen bundesweit auch, aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Um aber die Abiturprüfungen nicht zu gefährden, hat das Kultusministerium Sonderregelungen festgelegt.

Nutzung aller Räume

Und damit können die Abiturienten noch im zeitlich möglichen Rahmen ihre Vorklausuren schreiben. 49 Schüler werden in der menschenleeren Schule ihre Arbeiten zunächst in Chemie, Biologie und Latein schreiben. Deutsch und Mathematik werden folgen. Und sie haben dafür auch richtig viel Platz. Denn die Corona-Regelungen gelten auch für die Vorprüfungen. „Und die werden wir auch einhalten“, betonte Schulleiterin Steffi Ros im Volksstimme-Gespräch. Und das auch noch wesentlich großzügiger als vorgeschrieben. In den Klassenräumen mit sonst 30 Tischen werden maximal zehn Schüler sitzen. „Das sind große Räume. Wir werden für eine ordentliche Lüftung sorgen“, so Ros. Somit könne die geforderte Abstandshaltung von 1,50 Metern weit überschritten werden.

Einige Schüler werden wie sonst üblich auch in der Aula schreiben. Die ist ebenfalls groß und geht über drei Etagen. Da sei also eine gute Belüftung gegeben. Dazu gebe es für zwei Schüler einen Extra-Raum, um das Risiko einer Virusverbreitung noch einmal deutlich zu reduzieren, da es in den betroffenen Familien vorbelastete Erkrankungen gebe.

Sonderbusse für die Abiturienten

Die Personennahverkehrsgesellschaft habe für die drei Tage auch einen Sonderfahrplan erstellt. „Wir mussten im Vorfeld eine genaue Liste erstellen, aus welchen Orten die Schüler kommen“, so Ros. Mit Blick auf die gebotene Abstandshaltung werden im Notfall auch zwei Busse eingesetzt. Die Landesanweisungen würden penibel eingehalten. „Sollte ein Schüler Erkältungssymptome haben, reicht ein Anruf beim Arzt. Wir akzeptieren das“, versicherte Ros. Nachschreibetermine werde es dann nach Ostern geben. Sollte jemand dennoch hustend oder schniefend zur Schule kommen, wird derjenige wieder nach Hause geschickt. „Wir kontrollieren das“, kündigte die Schulleiterin an.

Über die Termine der Vorprüfungen seien die insgesamt 68 Abiturienten über den Abi-Chat und auf der Website des Gymnasiums informiert worden. „Wir haben auch dringend darum gebeten, von Begrüßungsumarmungen Abstand zu nehmen“, sagte Ros. Der Zeitplan sei eng, denn die Arbeiten müssen schließlich auch alle kontrolliert werden. „Und wir müssen natürlich prüfen, ob auch alle zu den Abiturprüfungen zugelassen sind. Wenn wir das alles schaffen wollen, haben wir als Schule auch keine andere Wahl, als die Vorprüfungen jetzt zu schreiben“, betonte Ros.

Schüler sehr motiviert

Es habe viele Gespräche gegeben. In der Mehrheit hätten die Schüler mehr Angst, nach zwölf Jahren Schule kein Abiturzeugnis in der Hand zu haben. „Viele sind froh, dass sie die Klausuren schreiben können. Der Wunsch, das endlich alles hinter sich bringen zu können, ist bei unseren Abiturienten sehr stark“, hat Ros in den Gesprächen festgestellt.

Natürlich seien auch berechtigte Sorgen geäußert worden, gerade auch von den Familien mit Vorerkrankungen. „Aber mit dem Extra-Raum, fünf Metern Abstand zwischen den Plätzen und wenn sich die Schüler nicht vorher in die Arme fallen, dürfte das Ansteckungsrisiko bei uns in der Schule wesentlich geringer sein als in jedem Supermarkt“, so Ros. Einen Termin für die Übergabe der Abiturzeugnisse gebe es noch nicht. Es sei noch vieles offen und unklar. Beispielsweise auch, ob am 20. April die Schulen wieder öffnen werden.

Neuer Fahrplan für die Abi-Prüfung

Unterdessen hat das Kultusministerium vorgestern Nachmittag einen neuen Fahrplan für die Abiturprüfungen veröffentlicht. Die werden in diesem Jahr in zwei Durchgängen stattfinden, teilte Ministeriumssprecherin Kerstin Klötzing mit. Den Schülern sei es freigestellt, sich für jeweils einen Prüfungsdurchgang zu entscheiden. Der erste Durchgang findet vom 4. bis zum 15. Mai statt, der zweite vom 2. bis zum 16. Juni. Auch dafür werde das Gardelegener Gymnasium vorbereitet sein, versicherte Steffi Ros.