Neuendorf am Damm l Weiße Wände, hell gestrichene Kirchenbänke. Das Innere der Kirche in Neuendorf am Damm macht einen hellen, freundlichen Eindruck. Gottesdienste finden dort aber schon seit längerer Zeit nicht mehr statt, und das liegt nicht allein an der derzeitigen Corona-Situation. Bänke, Altar, Orgel, Kanzel und Empore sind mit Planen seit Mitte vorigen Jahres abgedeckt. Das Kircheninnere muss dringend saniert werden. Echter Hausschwamm und Braunfäule, beides holzzerstörende Pilze, wurden festgestellt.

Bereits im Jahr 2000 erfolgte eine Grundsanierung des Kirchturmes. In diesem Zuge erfolgte damals auch eine Schwammsanierung im Schiff. Der Schwamm konnte dabei wohl nicht komplett entfernt werden, wie Mitglieder der Kirchengemeinde nun vermuten. Am Deckengebälk, insbesondere dort, wo die Balken in das Gemäuer ragen, wurde der Schadbedall wieder entdeckt.

Kompletter Rückbau nicht auszuschließen

Nach der ersten Feststellung folgten weitere Untersuchungen durch einen weiteren Holzschutzgutachter. „Dabei wurde der Befall des Echten Hausschwammes bestätigt sowie weitere Nässefäulepilze in den Deckenbalken. Auch wenn im Zuge der Untersuchung nicht alle Bereiche vollflächig geöffnet wurden, kann dennoch davon ausgegangen werden, das die Deckenbalkenköpfe grundlegend saniert werden müssen“, fasst Marco Schönhoff, Kirchenbaureferent im Kreiskirchenamt Stendal, zusammen. Für die genannten Untersuchungen wurde das Inventar abgedeckt. Die Abdeckfolien bleiben nun im Kirchenschiff, bis die Sanierungsmaßnahme realisiert worden ist.

Noch ist allerdings offen, was genau gemacht werden muss. „Ein kompletter Rückbau ist nicht auszuschließen, wobei diesbezüglich sowohl die Kosten als auch die Denkmalpflege in Betracht gezogen werden müssen“, fügt Schönhoff hinzu. So stehen Untersuchungen aus, die zeigen sollen, ob die Balken nur in den Bereichen schadhaft sind, die in die Wand ragen, oder ob die gesamte Dachkonstruktion erneuert werden muss.

Kosten noch nicht bekannt

Unabhängig davon, wie die Dachkonstruktion saniert werde, also ob es einen Neubau oder eine Sanierung geben werde, sei eine Neueindeckung des Daches unumgänglich, da sich die momentane Eindeckung in einem äußerst schlechtem Zustand befinde. „Das Eindringen von Feuchtigkeit muss zwingend verhindert werden, was augenscheinlich nur durch Neueindeckung realisiert werden kann“, so Schönhoff.

Wie teuer die Maßnahme werde, könne derzeit noch nicht beziffert werden. Ebenso bleibe offen, wann mit den notwendigen Arbeiten begonnen werden könne. Eine Aussage dazu zu treffen, sei schwierig, „da ohne Fördermittel die Maßnahme kaum realisierbar scheint, was bedeutet, dass Anträge an verschiedene Fördermittelgeber gestellt werden müssen. Der Erfolg bei den einzelnen Stellen beziehungsweise, welche Fördermittel ohnehin im nächsten Jahr beantragt werden können, wird sich eventuell erst kurzfristig zeigen“, sagt Schönhoff.