Ipse l Es ist nicht zu übersehen. Es wird gearbeitet in und an der Ipser Dorfkirche. Sehr zur Freude der Aktiven von Ipse excitare, einem Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den kleinen Ort wieder mit Leben zu erfüllen und Kultur ins Dorf zu bringen. Im Mittelpunkt steht dabei die Ipser Dorfkirche, deren Entstehung ins Jahr 1238 zurückgeht und die baulich verschiedene Epochen vereint. Und in der Vergangenheit für so manche Entdeckung gesorgt hat, wie im Jahr 2008. Damals wurden bei Deckensanierungsarbeiten bemalte Deckenbretter gefunden. Diese konnten im Rahmen einer Sommerschule mit Studentinnen und mit finanzieller Unterstützung durch die Sparkasse Altmark West im Jahr 2017 aufgearbeitet werden und sind seitdem in der Kirche ausgestellt.

Fördermittel Ende 2019 bewilligt

Doch Ipse excitare hat sich vorgenommen, die kleine Feldsteinkirche mit Backsteinelementen wieder zu einem Schmuckstück werden zu lassen. Und da gehören die bemalten Bretter wieder an die Kirchendecke. Die allerdings ist marode. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung stellte 50 000 Euro zur Verfügung. Mit dieser Grundlage habe der Verein Anfang 2018 Fördermittel über das Leader-Programm gestellt. „Ende 2019 kam nun endlich die verbindliche Zusage“, zeigte sich Vereinschef Tilo Mottschall im Volksstimme-Gespräch erfreut. 150.000 Euro wurden bewilligt.

Aufgrund der günstigen Witterung – „als hätten wir mal wieder Hilfe von weiter oben“ – konnten die Bauarbeiten Anfang Januar beginnen und eine zwischenzeitlich auf der Kippe stehende Finanzierung gesichert werden. Unter anderem werden derzeit Sicherungsarbeiten am Wandputz ausgeführt. Dabei seien Spuren weiterer Wandmalereien entdeckt worden. Und es wurden erneut etwa fünf Quadratmeter bemalter Deckenbretter gefunden. Die wurden bereits von der Ipser Restauratorin Helma Konstanze Groll gereinigt. Weitere Arbeiten seien allerdings noch erforderlich. Dafür sucht Ipse excitare noch finanzielle Unterstützer.

Die alte, marode Kirchendecke ist fast abgerissen. Dabei wurde festgestellt, dass drei der Querbalken schwerer geschädigt seien, als ursprünglich angenommen, so Mottschall. Der Verein und die Kirchengemeinde warten hier noch auf das Gutachten eines Statikers.

Gotteshaus von innen und außen eingerüstet

Das äußere Gerüst wurde aufgestellt, um zusätzlich von oben in die Kirche sehen zu können, ob weitere Arbeiten erforderlich seien. Dazu werden einige Ziegel entfernt, erläuterte Mottschall.

Die neue Decke wird dann von oben begehbar sein, so dass zusätzlich ein nutzbarer Raum in der Kirche zur Verfügung steht. In dieser Galerieetage soll eine Ausstellung über die Sanierung der kleinen Dorfkirche etabliert werden.

Wie geht es weiter? Im Anschluss wird sich ein Restaurator die Kirchenwände noch einmal genauer anschauen, ob weitere Wandmalereien vorhanden sind. „Bis jetzt haben wir ja nur im Chorbereich Malereien freigelegt“, so Mottschall. Und der Verein werde „wagemutig“ einen neuen Leaderantrag einreichen zur Finanzierung einer Machbarkeitsstudie zur Trockenlegung des Kirchengemäuers. „Die Feuchtigkeit kommt von oben und von unten. Wir müssen sehen, wie man das regulieren kann“, so Mottschall. Die Bestuhlung müsse erneuert werden. Der Turm soll irgendwann mal verkleinert worden sein. „Da hätten wir gern die Originalgröße wieder.“ Arbeit gebe es also noch genug. „Es mangelt uns nicht an Aufgaben und Zielen. Es wird nicht langweilig“, betonte Mottschall.

Aufgrund der Bauarbeiten werden bis Oktober keine Konzerte und Gottesdienste in der Ipser Kirche stattfinden. Zu den offenen Ipser Gärten am 21. Juni und zum Tag des Denkmals am 13. September wird die Kirche geöffnet sein.

Wer finanziell helfen will, kann sich mit dem Verein unter der E-Mail-Adresse Ipse.excitare@web.de in Verbindung setzen.