Gardelegen l Mit 1408 Wohneinheiten ist die Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt, der größte Vermieter in der Region. Seit Jahren saniert das Unternehmen konsequent den Wohnungsbestand.

Gelungene Beispiele

Insbesondere im Stadtzentrum gibt es viele gelungene Beispiele von Wohnhaussanierungen im denkmalgeschützten Bestand. Damit konnte die Wobau im Laufe der Jahre ihren Leerstand, insbesondere in der Innenstadt, erheblich senken. Lag der Wohnungsleerstand Ende 2003 noch bei 16,77 Prozent, sind es aktuell durchschnittlich 3,3 Prozent.

Durchaus ein Spitzenplatz bei den Vermietergesellschaften in Sachsen-Anhalt, denn der Landesdurchschnitt liege bei etwa 14 Prozent Leerstand.

Verlust von 100 Menschen

3,3 Prozent Leerstand, das sei schon ein Traum, betonte Wobau-Geschäftsführer Wolfgang Oelze. Doch ob das so bleiben wird in Gardelegen, sei eher fraglich. Denn vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gebe es seit zwei Jahren eine negative Tendenz. „Wir haben jetzt extrem viele Kündigungen aufgrund von Sterbefällen und Umzügen in Pflegeheime. Wir verlieren jährlich 100 Menschen, das sind um die 40 Wohnungen, die dann nicht mehr benötigt werden“, sagte Oelze.

Die Wegzüge von Menschen sei für die Wobau nicht mehr das ganz große Problem, wie noch vor Jahren. Denn die Altmark, damit auch Gardelegen, profitiere schon von der Nähe zu Wolfsburg und VW. Aber eben die Überalterung der Gesellschaft mache sich bemerkbar. Die Wobau versuche, sich dieser Herausforderung zu stellen und Wohnraum ebenerdig und barrierearm zu gestalten.

Ein Paradebeispiel sei die Straße der Freundschaft 10-12, ein Pilotprojekt des Landes für demografisches Bauen. Stehen geblieben seien nur die verschweißten Stahlbetonplatten, quasi die äußere Hülle der einstigen „Arbeiterschließfächer“. Ansonsten sei alles komplett neu. Mit dieser Sanierung war erstmals auch der Einbau von Fahrstühlen im Wohngebiet Schlüsselkorb verbunden.

Förderprogramm

Mit Fahrstühlen wurden in diesem Jahr weiter Blöcke im Schlüsselkorb ausgestattet. Die Wobau nutzt dafür ein Förderprogramm, das Aufzugsprogramm Sachsen-Anhalt. 10.000 Euro pro Wohnung oder maximal bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten werden gefördert, erläuterte Oelze.

Die Eingänge an der Gartenstraße 5, 7, 9 und 11 mit 40 Wohneinheiten seien jetzt mit Fahrstühlen ausgerüstet. In diesem Zusammenhang war auch eine komplette Erneuerung der Treppenhäuser erforderlich. Damit sind jetzt über 200 Wohnungen der Wobau ebenerdig oder barrierearm erreichbar.

Im nächsten Jahr sollen die Eingänge Gartenstraße 13, 15 und 17 mit 30 Wohneinheiten Fahrstühle erhalten. Das Vorhaben ist Bestandteil des Investitionsplanes für 2020, den die Gesellschafterversammlung jetzt bestätigt hat. 2021, im letzten Förderprogrammjahr, sollen die Eingänge Gartenstraße 19, 21, 23 und 25 folgen.

Nicht in jedem Block

Allerdings könne nicht jeder Block mit Fahrstühlen ausgerüstet werden, da der benötigte Platz nicht vorhanden ist. Dazu gehöre beispielsweise der lange Block mit zehn Eingängen an der Straße der Befreiung.

Für die erste Aufzugsetappe in diesem Jahr hat die Wobau etwa 1,4 Millionen Euro investiert. Im nächsten Jahr werden es etwa 1,1 Million sein. Die Landesförderung beträgt 300.000 Euro.