Gardelegen l Zeitnah sollte der Hof der Gardeleger Reutter-Grundschule erweitert und neu gestaltet werden. So stand es jedenfalls in der Beschlussvorlage, die Ende Februar 2018 im Bauausschuss behandelt und am 12. März vom Stadtrat bestätigt wurde. Unterdessen sind fünf Monate vergangen. Passiert ist dort allerdings noch nichts. Grund dafür seien die zurzeit überdurchschnittlich hohen Baupreise und fehlende Angebote bei Ausschreibungen. „Wir werden die Maßnahme erst im Herbst ausschreiben. Wir hoffen, dass sich der Markt bis dahin wieder etwas beruhigt hat und die Baufirmen wieder freie Kapazitäten haben und wir dadurch eine Preisdämpfung erfahren“, erläuterte Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Nunmehr soll die „Bauphase bis in den Mai 2019 hineingeschoben werden“.

Zurzeit würde die Verwaltung bei Ausschreibungen nur noch wenige Angebote erhalten. „Im Durchschnitt ein bis zwei Angebote, manchmal auch gar keins“, so Behrends. Die Bauleistungen würden zudem zu extrem hohen Preisen angeboten. Und das sei nicht machbar, denn „unser Finanzetat ist nicht unbegrenzt“, betonte Behrends.

Städtebausanierung

Und dennoch soll für das Projekt viel Geld investiert werden. Insgesamt ist die Umgestaltung und Erweiterung mit etwa 201.000 Euro veranschlagt. Zur Finanzierung sollen Ausgleichsbeträge aus der Städtebausanierung genutzt werden. Es handelt sich dabei um private Beitragszahlungen für die Innenstadtsanierung.

Im vorigen Jahr hatte die Stadt das Grundstück am Klingberg 5 mit einem einsturzgefährdeten Haus käuflich erworben. Das Haus wurde bereits abgerissen. Damit kann der neue Schulhof um 450 Quadratmeter erweitert werden.

Fußballfeld und Spielplatz werden erneue

Zu den Kernpunkten der Neugestaltung gehören ein Fußballfeld, ein Spielplatz mit neuen Geräten, Pflanzbeete und Sitzmöglichkeiten. Das Kleinspielfußballfeld wird aufgrund der vorgegebenen Grundstücksfläche eine Länge von etwa 13 Metern haben. Angeordnet wird das Fußballfeld im nördlichen Bereich des Schulhofes. Das Spielfeld wird mit umlaufenden Banden, Schutznetzen, zwei Toren und einem Decknetz ausgestattet. Für die Befestigung soll Kunststoffrasen verwendet werden. Damit sei eine weitgehend witterungsunabhängige, ganzjährige Nutzung des Platzes möglich. Zudem werden dort künftig zwei Kletterkombinationen aufgebaut – unter anderem mit einer Kraxelwand, verschiedenen Kletterstangen, Hangelleiter, Bogenleiter, Kletternetz und einer Wand mit Freeclimbing-Elementen.

Ganz modern sollen auch die Außenmöbel sein. So werden zu den Sitzmöglichkeiten zwei farbige Kugeln und sechs Halbkugeln gehören, die auch zum Spielen genutzt werden können. Diese Kugeln bestehen aus einem Gummi-Recyclinggranulat. Dazu werden mehrere Bänke aufgestellt.

Die Müllcontainer, die derzeit noch auf dem kleinen Schulhof stehen, werden künftig zwischen dem vorhandenen Schulhof und der neuen Schulhoffläche ihren Platz haben. Eine mit Rankgehölzen bepflanzte Pergola wird den entsprechenden Sichtschutz bieten. Angelegt werden zudem drei Pflanzbeete. Ein Pflanzbeet soll am Giebel zum Nachbargrundstück Klingberg 7 angeordnet werden. Vorgeschlagen wird eine Bepflanzung mit Sträuchern oder Rosen. Eine zweite Fläche soll mit Bäumen bepflanzt werden.

Die Baugenehmigung einschließlich der denkmalrechtlichen Genehmigung für die Neugestaltung des Schulhofes liege seit Juli in der Verwaltung vor, informierte Behrends. Ein Baubeginn sei derzeit aber noch offen.