Gardelegen l Das Salzwedeler Tor ist eines der vier Stadttore des alten Befestigungsrings der Stadtmauer. Das Denkmal aus dem 16. Jahrhundert ist ein Wahrzeichen der Stadt. Aber dieses Wahrzeichen wird derzeit saniert. Weil vor mehr als 100 Jahren die Decke im Inneren der Kleinen Bastion des Salzwedeler Tores herausgenommen wurde, sind vermutlich Risse im Mauerwerk entstanden und brachen Steine heraus. „Das obere Mauerwerk kam wohl deshalb ins Rutschen“, erklärte Thomas Bolze, Bauingenieur und mit der Planung der Arbeiten in Gardelegen betraut.

Steine nach historischem Vorbild gebrannt

Nun soll das Gemäuer von unten wieder aufgebaut werden. Dazu sollen die herausgebrochenen Steine beziehungsweise beschädigte Steine ersetzt werden. Die neuen Steine wurden nach historischem Vorbild in Glindow bei Brandenburg gebrannt. Auch die entstandenen Risse sollen beseitigt werden. Diese werden verfüllt und mit einem Spiralanker zusammengefügt. Für die Arbeiten wurde zuvor der vorhandene Mörtel analysiert. Ausgewählt wurde für die Arbeiten daraufhin ein natürlicher, hydraulischer Kalk. Wie Bolze berichtete, wurde dann untersucht, ob der neue Mörtel im alten Mauerwerk nicht zu unerwünschten chemischen Verbindungen kommt. Erst als das sicher war, konnten die Arbeiten beginnen.

Die Arbeiten am Mauerwerk begannen Ende Juni durch eine auf historische Gebäude spezialisierte Fachfirma aus Sachsen. Diese Maßnahme ist weitestgehend erledigt. Nun werden die Arbeiten aufs Dach steigen. Dort ist die Kuppel, die bereits im Zuge der Sanierungsarbeiten der Großen Bastion vor sechs Jahren – damals von der selben Fachfirma ausgeführt – mit einer bitumähnlichen Schicht geschützt wurde, zu erneuern. Diesmal soll ein Bleimantel die Kuppel überziehen. So soll die Bastion davor geschützt werden, dass über das Dach Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringt. Abgeschlossen sind die Arbeiten voraussichtlich Ende September.

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100-prozentige Förderung

Begleitet werden die Arbeiten von der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 130.000 Euro, wie Petra Külper aus dem städtischen Bauamt informiert. Diese Summe werde allerdings zu 100 Prozent aus dem Stadtumbau Ost, Aufwertung Sicherungsmaßnahmen an historischen Gebäuden, gefördert.