Gardelegen l „Im Bekämpfungsplan sind in diesem Jahr erstmals alle öffentlichen Flächen enthalten, die aus den einzelnen Ortsteilen gemeldet wurden“, informierte Florian Kauer, der in der Stadtverwaltung als Fachdienstleiter für allgemeine Gefahrenabwehr für die Bekämpfungsaktion zuständig ist. Darüber hinaus bestehe auch ein territorialer Zusammenhang mit den Flächen, die für eine aviochemische Bekämpfung, für eine Bekämpfung aus der Luft, vorgesehen sind. Zuständig dafür sei das Betreuungsforstamt Westliche Altmark.

Neu ist auch die Anzahl der Bäume, die mit Chemie bearbeitet werden. Waren es im Vorjahr noch 1639 Bäume, werden es in diesem Jahr etwa 5100 Bäume sein. Verwendet wird das einzige in Sachsen-Anhalt zugelassene Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus Thuringiensis. Und noch eine Neuerung wird es im Vergleich zu den Aktionen in den Vorjahren geben. „Wir werden Rückstellproben entnehmen, die für eine spätere Untersuchung der Spritzbrühe dienen sollen“, erläuterte Kauer. Denn sollte es sich im Zuge dieser Überprüfung herausstellen, dass es zu einem nicht fach- und sachgerechten Einsatz des Biozids gekommen ist, hafte der Auftragnehmer gegenüber der Stadt für eventuelle Schäden. „Ich werde die sehr zeitintensive chemische Bekämpfung persönlich begleiten, anleiten und überwachen“, kündigte Kauer an.

Kosten: 175.000 Euro

Zudem wird erstmals in diesem Jahr eine Doppelbekämpfung an ausgewählten Wegen mit starkem Befall stattfinden. Das heißt, nach der ersten Bekämpfung wird es nach zehn Tagen eine zweite Aktion geben, um einen größtmöglichen Bekämpfungserfolg zu erzielen.

Der Eichenprozessionsspinner-Aktion 2019 sei ein umfangreiches Ausschreibungsverfahren vorausgegangen. In der Vergangenheit sei das Verfahren zentral über die Kreisverwaltung gelaufen. Da der Bekämpfungsbedarf der Schädlinge und damit auch die Kosten derart gestiegen seien, hätte der Kreis eine europaweite Ausschreibung starten müssen. Um dieses Procedere zu verhindern, sei nun jede Kommune selbst dafür zuständig. Die Bekämpfung im Bereich Gardelegen sei im Januar dieses Jahres in zwei Losen ausgeschrieben worden, zum einen die mechanische Bekämpfung, zum anderen der Chemieeinsatz. An der Ausschreibung hätten sich mehrere Firmen aus ganz Deutschland beteiligt. Eine Firma aus der Region habe letztlich den Zuschlag für beide Lose bekommen. Insgesamt wird die Stadt dafür in diesem Jahr 175.000 Euro ausgeben: 25.000 Euro für die chemische und 150.000 Euro für die mechanische Bekämpfung. Erstmals beteiligt sich auch das Land an den Kosten. Die Stadt erhalte einen Zuschuss von 150. 000 Euro.

Unscheinbarer Nachtfalter

Viel Geld für einen unscheinbaren Nachtfalter mit gerade mal 25 Millimeter langen Flügeln, der allerdings für Menschen und für Eichen zum großen Problem werden kann. Nämlich dann, wenn es um die nächste Nachtfaltergeneration des Eichenprozessionsspinners geht. Im April schlüpfen die Raupen, die bis zu sechs verschiedene Larvenstadien durchlaufen. Im dritten Stadium entwickeln sie die gefährliche Brennhärchen, die beim Menschen toxische und allergische Reaktionen hervorrufen können. Sie gelten zudem als Schädling, da sie Lichtungs- oder Kahlfraß vornehmlich an Eichen verursachen können.