Gardelegen l Ostalgie pur lag in der Luft bei diesem Kaffeeklatsch. Uwe Jensen – Sänger, Moderator und Entertainer – versprach gleich zu Beginn, sich „24, 25, 26 Stunden“ Zeit zu nehmen für seine Fans, ein Versprechen, das er auch beinahe komplett einhielt.

Rund 100 Besucher waren ins Schützenhaus gekommen und feierten, klatschten und sangen auch schon mal mit, so dass Jensen schon bald feststellen konnte, weit über 2000 Freunde dazugewonnen zu haben. Oder, wie er aus dem Beifall schließen wollte: „Endlich über 40.“

Mit Klassikern wie „Du kannst nicht immer 17 sein“ oder „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara“, traf Jensen genau den Nerv des Publikums. Doch auch internationale Songs in deutscher Fassung, wie „Mama Leone“ und „Auf der Straße nach Süden“ kamen gut an und ernteten viel Applaus.

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Zurück in die Zeit des Kriminal-Tangos

Unterstützt wurde Uwe Jensen auf der Bühne von Susan Wagner, ehemals Tänzerin beim legendären Deutschen Fernsehballett, mit der er sich durch die Geschichte der Schlagermusik tanzte. Ein kesses Medley mit Hits wie „Du hast den Farbfilm vergessen“, „Erna kommt“ oder hin zu „Alt wie ein Baum“ bildete den Auftakt für den stimmungsvollen Nachmittag. Anschließend ging es dann zurück in die Großvaterzeit, als im roten Licht der Halbwelt-Kneipen stilecht der Kriminal-Tango getanzt wurde.

Ein Stück, das Jensen und Wagner auf der Bühne sehr eindrucksvoll in Szene setzten. Beeindruckend auch die Perfektion, in der Susan Wagner innerhalb eines Tanzblocks auf der Bühne siebenmal die Kleider wechselte – vom Abendkleid und Pariser Chic über Lederhose bis hin zum Bikini war beinahe alles möglich.

Dazwischen nahm sich der Sänger ein wenig Zeit, um etwas aus seinem Leben erzählen. „Ich hatte eine schwere Kindheit, eine missratene Jugend und dann eine Sturm- und Drang-Zeit, die dauerte bis gestern“, fasste er zusammen. Wie er in der Schule gerade noch die Kurve gekriegt hatte, als er die Frage nach den drei größten Ländern mit „U“ beantworten sollte, dürfte klar sein: „USA, UdSSR ... und ... Unsere DDR“. Schweiß von der Stirn wischen, aufatmen, „setzen – eins“, gerade noch geschafft.

Ein Wiedersehen, das Freude macht

Jedenfalls war sich Uwe Jensen mit seinem Publikum einig darin, welche Schätze es in der Schlagermusik der alten DDR zu finden und zu bewahren gibt. Er warb denn auch nachdrücklich für seine Sendung „Wiedersehen macht Freude“ aus Hoyerswerda. „Es ist schön, dass wir mit solcher Musik aufgewachsen sind“, sagte der Sänger.

Klar, dass das Gardeleger Publikum zum Schluss zahlreiche Zugaben vom Stargast forderte und auch erhielt. Zum Schluss musste der Sänger zugeben, jetzt sei er tatsächlich am Ende seiner Musik angekommen, denn die für diesen Nachmittag mitgebrachte Begleitmusik war restlos aufgebraucht.