Letzlingen l Was passiert, wenn die Letzlinger Kaufhalle schließt? Der Letzlinger Ortschaftsrat hatte am Dienstagabend hierzu Wirtschaftsförderin Julia Schlüsselburg und Pastor Gerd Hinke eingeladen und suchte gemeinsam nach Möglichkeiten, den Ort weiter mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Aus dem Ort gebe es bereits viele gute Ideen.

Die Beratung darüber war, da es auch um Grundstücksfragen geht, in den nichtöffentlichen Teil verlegt worden. Es soll jedoch noch vor den Ferien eine öffentliche Veranstaltung zu dem Thema geben, um die Bürger zu informieren und Ideen zu erarbeiten.

Soviel schon jetzt: Ortsbürgermeisterin Regina Lessing versicherte, dass der Ortschaftsrat sich um die Angelegenheit kümmert und „dass die Verwaltung voll hinter uns steht.“ Auch mit dem Besitzer des Gebäudes sei der Ortschaftsrat im Gespräch. Mit dem Betreiber der Kaufhalle, der PUG, habe man gesprochen und auch deutlich gemacht, „dass man so nicht mit einer Kommune umgehen kann.“

Es gibt keine Versorgungspflicht

Allerdings, der Standort sei laut Betreiber nicht mehr wirtschaftlich gewesen, und „dass der Handel eine Versorgungspflicht hat, das gibt es nicht mehr“, sagte Lessing.

Die Betreibergesellschaft PUG hatte im Mai überraschend das Aus für die Kaufhalle verkündet. Das genaue Schließungsdatum stehe noch nicht fest, so Lessing. Zwar war Ende Juli genannt, doch sei davon auszugehen, dass die Angestellten noch ihren Urlaub nehmen würden, es könne also schon mit einer Schließung Mitte Juli gerechnet werden.

Die Bürgermeisterin berichtete, sie erhalte fast täglich eine E-Mail, in der Leute gute Ideen zu einem neuen Nahversorger äußerten oder ihre Mitarbeit anböten. „Wenn Manpower gebraucht wird, müssen wir auf die Leute aus dem Ort zurückgreifen“, sagte sie. Sie erinnerte daran, dass die Letzlinger es mit vereinter Kraft auch geschafft hätten, ihre Apotheke und die Arztpraxis zu erhalten. „Wir müssen jetzt wohl Aktionismus entwickeln.“

Eine Zeit ohne Einkaufsmöglichkeit

Man müsse sich allerdings darüber klar sein, dass es nach dem Schließen des Marktes zunächst eine Zeit ohne Einkaufsmöglichkeit in Letzlingen geben werde. In erster Linie müsse dann die Versorgung der Älteren und derjenigen, die nicht mit dem Auto oder Fahrrad zum Einkaufen nach Gardelegen fahren könnten, gesichert werden.

Im nichtöffentlichen Teil der Ortschaftsratssitzung seien „drei bis vier Möglichkeiten“ besprochen worden, den Ort weiter zu versorgen, berichtete Lessing auf Volksstimme-Anfrage. Unter anderem könne es um eine genossenschaftliche Lebensmittelversorgung gehen. „Dann brauchen wir die Kraft des Ortes“, sagte sie. Aber: „Wenn die Letzlinger etwas wollen, dann schaffen sie das auch.“ Für die Letzlinger soll es im Juli, wohl in der dritten Juliwoche, eine öffentliche Informationsveranstaltung geben. Der genaue Termin steht noch nicht fest, es soll jedoch noch vor den Ferien sein.