Gardelegen l Wie verbindet man skandinavische Lieder mit keltisch inspiriertem Akustikgitarrenspiel? Eindrucksvoll stellte das am Mittwochvormittag die norwegisch-deutsche Sängerin und Gitarristin Kerstin Blodig zusammen mit dem schottischen Gitarristen Ian Melrose unter dem Bandnamen „Kelpie“ unter Beweis.

Beide traten im Rahmen des 23. Altmärkischen Musikfestes zu dem Thema „Musikunterricht mal anders“ in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Gardelegen auf. „Wir möchten heute mit euch über nordische Volksmusiktraditionen sprechen und euch einige Instrumente vorstellen“, verriet Kerstin Blodig ihr Anliegen. So lernten die Schüler zum Beispiel die irische Rahmentrommel Bodhrán, die Konzertpfeife Low Whistle oder das Lauteninstrument Bouzouki kennen.

Mystische Klänge in der Aula

Zudem hätten die Schüler wohl keine besseren „Musiklehrer“ haben können. Denn Kerstin Blodig gilt international als eine der wichtigsten Interpretinnen skandinavischer und keltischer Weltmusik. Längst zählt die studierte Musikerin zu den spektakulärsten Akustikgitarristinnen der europäischen Szene in dieser Musikrichtung.

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Ian Melrose wiederum gehört in Europa zu den führenden Fingerstyle-Gitarristen, hat unter anderem bereits mit Musikgrößen wie Reinhard Mey zusammengearbeitetet.

Zudem war ihr Zusammenspiel perfekt. Während des Konzertes bewiesen beide zum beispiel eine besondere Leidenschaft für ausgefeilte Arrangements, außergewöhnliche Harmonien und Rhythmen in Verbindung mit ihren keltischen und norwegischen Liedern.

Der Name der beiden Musiker ist übrigens genauso heimatverbunden, wie die Wahl ihrer Lieder. „Kelpie“ ist nämlich ein schottischer Wassertroll. Die Stimme von Kerstin Blodig klang glockenhell und klar wie Fjordwasser. Partner Ian Melrose ist nicht nur Gitarrist – seiner Flöte entlockt er den Zauber mystischer Hochlandnebel seiner schottischen Heimat.

Eigentümlichkeiten der keltischen Musik entde

Und so nahmen die beiden Musiker die 66 Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit auf eine musikalische Reise in ihre Gefilde.

„Eine Eigentümlichkeit der norwegischen Musik“ sei zudem, dass sie eine Form von gesungener Tanzmusik sei. „Wenn bei einem Fest keine Instrumente herzubekommen sind, übernehmen Singstimmen diesen Part“, erzählte Kerstin Blodig und sang im ersten Song einfach den Part mit ihrer Stimme nach, den sonst jemand mit einer Geige spielen würde – ein wirklich mystisches Erlebnis.