Kalbe l In Sachen Brüchauer Bohrschlammdeponie, auch Silbersee genannt, soll es kein neues Untersuchungskonzept, sondern stattdessen einen Sonderbetriebsplan geben, in dessen Rahmen nun noch einmal umfangreiche Untersuchungen zum Inhalt sowie zur Dichtigkeit der ehemaligen Lehmgrube erfolgen sollen. Das ist das Ergebnis einer Zusammenkunft, die Mittwochabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Kalbenser Rathaus stattfand und an der Vertreter zuständiger Behörden sowie auch Landes- und Kommunalpolitiker, Aktivisten der Bürgerinitiative (BI) „Saubere Energie & Umwelt Altmark“ sowie auch einige Deponie-Anwohner teilnahmen.

Initiiert worden war die Veranstaltung von der Landtagsabgeordneten Dorothea Frederking (Bündnis 90/Die Grünen), weil es Zweifel an jenem Untersuchungskonzept gab, für das die Landesanstalt für Altlastenfreistellung – sie wird später einmal den Großteil des sogenannten Deponie-Abschlusses finanzieren – den Auftrag an ein Berliner Ingenieurbüro erteilt hatte und aus dem der Status quo der Deponie hervorgehen sollte. In diese waren von 1972 bis 2012 hochtoxische und zum Teil auch radioaktive Stoffe eingelagert worden, die nicht nur als Abfälle bei der Erdgasgewinnung angefallen waren. Nach wie vor gibt es erhebliche Kenntnisdefizite zum Inhalt der Grube sowie zu den chemischen Prozessen, die dort ablaufen.

Kritik an Landesregierung

Wie BI-Vertreter Bernd Ebeling gestern nach der Zusammenkunft sagte, gebe es nach wie vor unterschiedliche Auffassungen zur Grundwasserbelastung, die von der Deponie ausgehe. „Zudem sind wir der Meinung, dass die Landesregierung viel zu langsam arbeitet.“

Demnächst soll die Betreiberfirma der Deponie, die Engie, auf der Basis des vorhandenen Untersuchungskonzeptes den Antrag für den Sonderbetriebsplan beim Landesamt für Geologie und Bergwesen einreichen. Er ist Voraussetzung für die spätere Grubenschließung, wobei weiter völlig offen ist, auf welche Art diese dann erfolgt.