Kalbe l „Nun sind doch ein paar Tränen geflossen“, stellt Dr. Gudrun Müller fest und tupft sich selbst Feuchtigkeit aus den Augenwinkeln. Gerade ist ihre Vorgängerin im Amt der Onkologie-Chefärztin der Kalbenser Median-Klinik, Dr. Katharina Molenda, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden.

Und nicht nur Kollegen, mit denen sie täglich zusammengearbeitet hat, haben sie dazu noch einmal herzlich in den Arm genommen. Aus allen Abteilungen sind Vertreter in den Multifunktionsraum gekommen, um Tschüss zu sagen. Immerhin hat die scheidende Chefärztin das Bild der Median-Klinik 22 Jahre lang entscheidend mitgeprägt, sowohl nach innen als auch nach außen.

Frühere Verwaltungsleiterin kam vorbei

Daher hat es sich auch Petra Leiste nicht nehmen lassen, je drei Stunden An- und Abfahrt in Kauf zu nehmen und an ihren alten Wirkungsort zurückzukehren. Über die Anwesenheit der früheren Verwaltungsleiterin (von 2007 bis 2013) freut sich Katharina Molenda ganz besonders – sie, die schon lange vor der Bundeskanzlerin als Erfinderin der Raute galt.

Bilder

Das zeigt sich auch auf jenen Erinnerungsfotos, die als Dauerschleife an die Wand des Multifunktionsraumes projiziert werden und die die Chefärztin sogar im Engelskostüm und als Queen zeigen. Bei Team-Weihnachtsfeiern schlüpfte sie nämlich gern mal in Verkleidungen. „Da war ich fast zu allem fähig. Nur Marilyn Monroe sein, das wollte ich nie“, sagt Molenda.

Für die Patienten haben sie und ihre Kinder hingegen meist die Heiligabend-Veranstaltungen gestaltet. Umso mehr freut es die Medizinerin nun, dass auch eine ihrer Töchter mit im Multifunktionsraum sitzt. „Die Familie hat immer wieder zurückstecken müssen“, sagt Katharina Molenda rückblickend.

Deshalb will sie, die in Wiepke geboren und aufwachsen und nach dem Medinzinstudium auch wieder dorthin zurückgekehrt ist, sich nun umso mehr auf ihre Rolle als Mutter, Oma, Tochter, Schwiegertochter und Ehefrau konzentrieren. „Es war eine rein familiäre Entscheidung, in den Ruhestand zu gehen“, so die 61-Jährige. „Denn ich kann sagen, dass ich jeden Tag gern zur Arbeit gefahren bin und dass ich mir wirklich den richtigen Beruf für mich ausgesucht habe.“ Vor allem die Gespräche mit Patienten habe sie außerordentlich gern geführt.

Verwaltungsleiterin Jana Weinhold erinnert daran, dass die Chefärztin, die 1996 als Oberärztin an der Klinik begonnen hatte, die onkologische Rehabilitation im Land mitentwickelt hat. „Denn es gab ja wenig Erfahrung damit.“ Und da kommt er dann, der Leitspruch von Katharina Molenda, den sie auch einigen in persönlichen Abschiedsworten mitgegeben hat: „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“