Feuerwehr

Steht die Feuerwehr Hagenau vor der Auflösung?

Die Stadt Kalbe plant die Auflösung der Hagenauer Feuerwehr. Vor Ort, aber auch in der Stadtwehrleitung, wird dies allerdings kritisch gesehen, zumal es im Vorfeld offenbar nicht genügend Rücksprache zu diesem Thema gegeben hat.

Von Conny Kaiser
Andreas Schmidt, Wolfgang Gühne und Rainer Kepplinger (von links) nach ihrer Berufung im März 2015.
Andreas Schmidt, Wolfgang Gühne und Rainer Kepplinger (von links) nach ihrer Berufung im März 2015. Foto: Conny Kaiser

Hagenau - „Beschluss zur Auflösung der Feuerwehr Hagenau“: So steht es auf der Tagesordnung der nächsten Kalbenser Stadtratssitzung, die am Donnerstag, 10. Juni, im Kulturhaus stattfindet. An diesem Tag hätte sich eigentlich auch die Kalbenser Stadtwehrleitung treffen wollen. Sie habe sich bislang, auch aufgrund der Corona-Einschränkungen, noch nicht zu der Thematik positionieren können. Und sie lehne die Auflösung von Feuerwehren eigentlich grundsätzlich ab, wie Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer gestern auf Nachfrage deutlich machte. Es sollte möglichst immer versucht werden, vorhandene Strukturen im Brandschutz zu erhalten

Fakt ist allerdings, dass die Feuerwehr Hagenau, deren Gründung sich 2021 zum 95. Mal jährt, bereits seit längerer Zeit nicht die geforderte Anzahl von 18 aktiven Einsatzkräften erreicht. Die aber ist nötig, um als Feuerwehr eigenständig bestehen zu können. Die Anzahl der Hagenauer Aktiven ist nicht einmal mehr zweistellig. Erschwerend kommt hinzu, dass die Berufung des langjährigen Wehrleiters Wolfgang Gühne inzwischen ausgelaufen ist. Er hat das 67. Lebensjahr erreicht und darf deshalb laut Gesetzgeber nicht mehr am aktiven Dienst teilnehmen. Auch die Berufung des Stellvertreters sei inzwischen abgelaufen, eine Nachfolge nicht geregelt, wie Ortsbürgermeister Otto Wienecke gestern informierte.

Ortsbürgermeister von Stadt-Plänen „überrascht“

Er und der Packebuscher Ortschaftsrat – das Gremium ist auch für Hagenau zuständig – seien dennoch von der Planung der Stadt Kalbe „überrascht“ worden, wie er sagte. Zudem sei er verwundert, dass der Stadtratsbeschluss jetzt auf der Grundlage einer Besprechung vom Herbst 2020 herbeigeführt werden solle. Der Ortschaftsrat Packebusch sei im Vorfeld jedenfalls nicht offiziell dazu gehört worden, so Wienecke.

Das Gremium werde sich nun erst am kommenden Dienstag, 8. Juni, im Zuge einer öffentlichen Sitzung mit der Thematik befassen können. Dazu werde auch die bisherige Wehrleitung von Hagenau erwartet.

Beitritt zur Feuerwehr Packebusch noch unklar

Denn bislang ist noch keine Regelung getroffen worden, ob die dortigen Kameraden künftig Teil der Feuerwehr des Nachbardorfes sein wollen. Dazu soll es noch einmal ein internes Gespräch im Vorfeld der Ortschaftsratssitzung geben, wie nun Wolfgang Gühne auf Nachfrage erklärte. Vonseiten der Packebuscher Feuerwehr besteht grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, wie sowohl der dortige Wehrleiter Dirk Borchert als auch Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer deutlich machten.

Und auch der Ortschaftsrat sähe es nach Angaben von Otto Wienecke sehr gern, wenn es weiterhin einen verlässlichen Brandschutz gebe, sowohl in Packebusch als auch im kleinen Hagenau.

Dass es dort bislang überhaupt eine eigenständige Wehr gab, die auch als Motor für das Dorfleben agierte, gilt angesichts der Tatsache, dass der Ort nicht einmal 100 Einwohner zählt, ohnehin als bemerkenswert.