Gardelegen l Das überraschte die Organisatoren um Holger Schmidt. Der Städteplaner aus Dessau mit Professur an der TU Kaiserslautern im Fachgebiet Stadtumbau und Ortserneuerung hatte gemeinsam mit der Stadtverwaltung vor allem die Bewohner des Bereiches OdF-Straße und Bertolt-Brecht-Straße zum ersten Gardeleger Stadtspaziergang eingeladen. Und das Interesse war – trotz der Regenschauer – groß, denn am Dienstagabend fanden sich gut 50 Anwohner ein, um mit den Planern und Verwaltungsfachleuten ins Gespräch zu kommen, was die künftige Struktur dieses Stadtgebietes betrifft. Denn Hintergrund ist die Fortschreibung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes,kurz IGEK, um Planungsziele für die nächsten Jahre abzustecken. Und beauftragt hat die Stadt damit das Dessauer Büro.

Grundhafter Ausbau mit Verkehrsberuhigung

Denn laut einer Verwaltungsvereinbarung zur Städtebauförderung zwischen Bund und Bundesländern seien die Planungskonzepte regelmäßig zu aktualisieren. Bis Ende Oktober müssten die Unterlagen – vom Stadtrat bestätigt – vorliegen, um weiterhin Fördermittel zu erhalten.

Ein Thema war die völlig marode OdF-Straße. „Ein Mineralgemisch mit ein bisschen Asphalt drauf gekleckst und immer mal wieder geflickt“, kommentierte Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends den Zustand der Straße. Die Inseln zur Verkehrsberuhigung seien Anfang der 1990-er Jahre mal eine gute Idee gewesen, jetzt aber nicht mehr zeitgemäß. Geplant sei ein grundhafter Ausbau der Straße in einer Breite von sechs Metern und einem Geh- und Radweg. Eingebaut werden soll auch wieder eine Verkehrsberuhigung in Form von drei aufgepflasterten Übergängen – am Anfang der Straße, etwa in der Mitte im Bereich der Karl-Marx-Sekundarschule und der Kinderkombination und am Ende der Straße in Richtung Bertolt-Brecht-Straße. Die Bushaltestellen werden barrierefrei gestaltet. Dazu käme ein ansprechender Grünbereich und eine neue Straßenbeleuchtung.

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Bautermin steht noch nicht fest

Nach einer ersten Kostenschätzung seien 1,2 Millionen Euro erforderlich. Fördergeld über das Stadtumbau-Ost-Programm soll beantragt werden. Ein konkreter Bautermin stünde allerdings noch nicht fest. Das sei auch davon abhängig, inwieweit sich der Markt mit seinen „nach oben schnellenden Baupreisen, die kaum noch beherrschbar sind“, wieder stabilisiere, betonte Behrends.