Gardelegen l Der grundhafte Ausbau der Rudolf-Breitscheid-Straße wird nicht zum Gardeleger Hansefest, das vom 14. bis zum 16. September gefeiert wird, fertig. Es gebe einen Zeitverzug von etwa acht Wochen, informierte Stadt-Bauamtsleiter Engelhard Behrends beim zweiten Stadtspaziergang am Dienstagabend. Eine Station war die Baustelle, die seit Monaten die Stadt quasi in zwei Teile trennt.

Voraussichtlich im Spätherbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Der eigentliche Straßenbau hat auch noch gar nicht begonnen“, so Behrends. Der Ausbau der Straße erfolge im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion mit dem Gardeleger Wasserverband. Und der habe mehr investieren müssen als ursprünglich geplant. Ein Knackpunkt sei die Einbindung der neuen Rohre in die vorhandene Kanalisation im Kreuzungsbereich Philipp-Müller-Straße/Breitscheidstraße gewesen.

385 000 Euro – 80 Prozent werde

Nach dem Ausheben der Baugruben sei festgestellt worden, dass die Schäden größer waren als angenommen. Dazu seien Lieferschwierigkeiten beim Material gekommen.

Die Stadt selbst sei für die Straßenoberfläche und die Nebenanlagen zuständig. Der Ausbau erfolge analog der Burgstraße mit Granitplatten und Granitborden.

„Das sind nur 99 Meter Straße, aber die haben es in sich. Wir wollten zum Hansefest fertig sein. Das schaffen wir aber nicht“, so Behrends. Zum Stadtfest wird ein Gehweg begehbar sein. „Mehr ist nicht drin“, stellte der Bauamtschef klar.

Insgesamt sei die Erneuerung von Straßen in der Innenstadt im wesentlichen abgeschlossen. Die Baderstraße sei noch ein Problem, ebenso der Klingberg. Der soll laut Plan 2019 erneuert werden. „Sorgen machen uns aber die Baupreise, die um 40, 50 Prozent, zum Teil um das Doppelte, gestiegen sind“, so Behrends. Das war ein Grund, dass die Breitscheidstraße nicht, wie geplant, im Vorjahr ausgebaut werden konnte. „Wir hatten nur unwirtschaftliche Angebote“, so Behrends. Nach mehreren Ausschreibungen hatte sich ein Bieter mit einem realistischen Angebot gefunden. Die Stadt investiere 385 000 Euro in den Ausbau. 80 Prozent der Baukosten werden über das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz finanziert.