Ipse l Eigentlich hätte die Ipser Kirche aus allen Nähten platzen müssen: „Ich denke, viele, die kommen wollten, hat der Regen abgehalten“, bedauerte Altmarkfestpiele-Intendant Reinhard Seehafer. „Ich verspreche Ihnen aber: Die, die nicht kamen, werden etwas verpassen.“ Und damit sollte er unbedingt recht behalten. Denn staunend erlebten die Gäste in den folgenden eineinhalb Stunden, welch bezaubernde Töne Carolina Eyck einem elektromagnetischen Feld entlocken kann.

Eine Saite aus Luft

Noch beim ersten Stück – einer Romance von Claude Debussy – glaubte aber wohl so mancher noch gar nicht so recht, was er da sah und hörte. Denn die Melodie entsteht beim Theremin berührungslos: „Ich stelle mir immer vor, dass ich eine unsichtbare Saite habe“, erklärte Eyck etwas später ihr Instrument. Beim Theremin beeinflusst die elektrische Kapazität des Spielers ein elektromagnetisches Feld. Die Position der Hände zwischen zwei Antennen bewirkt die Veränderung der Töne, die über einen Lautsprecher verstärkt werden. Technisch soweit klar: Wie genau die 30-Jährige die Töne so perfekt traf, mitten im Nichts, blieb indes unbegreiflich. Nur, dass sie wunderschön klangen – mal wie eine Geige oder ein Cello, mal wie eine menschliche Stimme, mal aber auch wie eine Tuba oder eine Orgel – darüber waren sich die Zuhörer am Ende einig.

Auf der Akustik oder Jazzgitarre begleitet wurde Carolina Eyck während des Konzertes vom beeindruckend virtuosen Musikstudenten Bertram Burkert. Und beide zauberten im zweiten Teil dann nicht nur die Töne, sondern auch die Noten aus der Luft: Frei improvisiert vertonten sie, was ihnen die Gäste vorschlugen. Ein Improvisations-Thema kam aber auch von Carolina Eyck selbst: „Sonne in Ipse“ nämlich. Die hatte während des Konzertes längst den Regen vertrieben. Gut für die Besucher, denn in der Pause sorgte der gastgebende Verein Ipse excitare neben der Kirche mit einem Catering für die Gäste, das sich mit dem Anspruch des Konzertes absolut messen konnte.