Gardelegen l „So schlimm wie dieses Jahr war es mit ausgesetzten Kitten noch nie“, das erklärte jetzt Gisela Kürten vom Gardelegener Tierheim. Freitagabend waren sie und ihr Team erneut sprachlos. So wurde an dem Tag eine kleine Katze über den Zaun des Tierheim-Areals an der Lüffinger Chaussee geworfen.

„Als ich gegen 11.45 das Tierheim verlassen wollte, hörte ich am Tor ein klägliches Miauen“, erinnerte sich Kürten. Und auffällig war: Kurz zuvor hatte es noch geregnet. Als Gisela Kürten die Katze fand, war diese jedoch komplett trocken. „Ich gehe davon aus, dass das Tier, kurz bevor ich das Tierheim verlassen wollte, über den Zaun geworfen wurde.“ Die kleine Katze sei sehr zahm und „definitiv kein Streuner“, so die Mitarbeiterin des Tierheimes.

Erst vorigen Sonntag waren ihr und ihren Kollegen im Gewerbegebiet zwei junge Katzen (zirka vier Monate alt) gemeldet worden, die vor Hunger Spaziergängern hinterhergelaufen waren.

Appell an Katzenbesitzer

„Wir wissen nicht mehr, wohin damit, unsere Pflegestellen platzen aus allen Nähten“, machte Kürten deutlich. Sie appelliert eindringlich an die Bewohner der Region, ihre Katzen kastrieren zu lassen. „Die meisten Kitten, die wir aufnehmen, sind krank, unterernährt und voller Parasiten. Erst vor einigen Tagen sind drei von vier Welpen einer Katzenmutti gestorben. Der Vierte kämpft noch ums Überleben.“