Gardelegen l Das Gardeleger Tierheim ist auf Anordnung des Veterinäramtes geschlossen worden. Das heißt, dem Tierschutzverein als Betreiber der Einrichtung wurde die Betriebserlaubnis entzogen. Die Verwaltungsräume dürfen seit dem 8. September nicht mehr genutzt werden. Die Tiere sind nach wie vor im Heim untergebracht und sollen bis zum 31. Oktober vermittelt werden. Grund für die Schließung war ein Vorwurf gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Tierschutzvereines, er habe illegal Hunde aus Ungarn vermittelt.

„Der Tierschutzverein Gardelegen hat per Anwalt Widerspruch gegen die Verfügung des Landkreises eingelegt“, fasste Kreissprecherin Birgit Eurich den aktuellen Stand zusammen. Allerdings: „Solange dieser bearbeitet wird, werden keine neuen Anträge auf Betreibung des Tierheimes durch den Landkreis angenommen. Auch nicht vom Tierschutzverein, da der Verein ja gegen die Entziehung der Erlaubnis Rechtsmittel eingelegt hat, was natürlich sein gutes Recht ist.“ Die Suche nach einem neuen Betreiber könnte sich also hinziehen.

Landkreis hat drei Monate Zeit

Der Widerspruch sei zwingend von der Ausgangsbehörde zu bearbeiten, erläuterte Eurich den Weg durch die Institutionen. Sollte diese bei ihrer Entscheidung bleiben, müsse der Widerspruch an die nächsthöhere Behörde, in diesem Falle das Landesverwaltungsamt, abgegeben werden. Diese würde dann den Vorgang noch einmal komplett überprüfen und klären, ob dem Widerspruch stattgegeben werde. Sollte dies nicht der Fall sein, bekomme der Verein einen Widerspruchsbescheid, gegen den er dann vor dem Verwaltungsgericht klagen könnte.

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„Für die Bearbeitung des Widerspruchs hat der Landkreis maximal drei Monate Zeit“, erläuterte Eurich, „mit der Prüfung konnte jedoch noch nicht begonnen werden, da der Anwalt des Tierschutzvereines zunächst Akteneinsicht beantragt hat, um erst danach den Widerspruch zu begründen.“

Noch zahlreiche Tiere da

Inzwischen warten im Tierheim noch immer zwei ältere Hunde und zahlreiche Katzen auf Menschen, die sie adoptieren wollen. „Die Tiere sind immer noch da und können noch vermittelt werden“, sagte Tierheim-Leiterin Marianne Wigger. Die Verwaltungsräume seien zwar geschlossen, das Tierheim sei aber nach wie vor für Besucher, die ein Tier aufnehmen wollen, geöffnet. Allerdings sei es nicht leicht, eine Unterkunft gerade für die Veteranen zu finden. „Wir hoffen, dass wir noch einen Gnadenhof finden, der sie aufnimmt“, so Wiggert.

Sehr viele Unterstützer hat das Heim in der Zwischenzeit auch im Internet gefunden. Die Online-Petition zum Erhalt des Tierheimes, die vor einem Monat von der Tierschutz-Allianz gestartet worden war, hat bereits 2298 Unterzeichner. „Wir appellieren an die zuständige Behörde, die Entscheidung zu überdenken, und an die Bürgermeisterin von Gardelegen, sich für einen Fortbestand des Tierheimes einzusetzen“, heißt es in der Petition, die an den Landrat des Altmarkkreises Salzwedel gerichtet ist.