Gardelegen l Dass Mäuse und Kröten bei der Volksbank sicher untergebracht werden können, hat der eine oder andere Kunde sicher schon gewusst. Aber dass die Gardelegener Volksbank auch ein Herz für Enten hat und den Wasservögeln einen sicheren Nistplatz bietet, ist weniger bekannt.

Kürzlich konnten die Mitarbeiter des Kreditinstituts ihre Fürsorge für die Wasservögel unter Beweis stellen. Eine Stockente war in dem Innenhof gelandet und hatte, ohne sich darum zu scheren, dass dieser keinen fußläufigen Ausgang zum Wasser hat, einfach so mit dem Brüten begonnen. Die Mitarbeiter störten die werdende Mutter nicht bei ihrer Arbeit, und kürzlich begann es im Innenhof der Bank nun von gelben Küken zu wimmeln.

Jäger weiß, was zu tun ist

Insgesamt zwölf Entchen waren geschlüpft und wuselten zwischen den Büschen und Sträuchern herum. „Ich als alter Jäger wusste sofort, was zu tun war“, sagt Volksbank-Vorstand Joachim Porsiel, der bereits zuvor die Ente und zwei Stockerpel auf dem Dach der Bank beobachtet hatte. Nein, in der Brut- und Setzzeit hat der Bank-Chef natürlich nicht zur Schrotflinte gegriffen. Es ging vielmehr darum, die Tiere einzufangen, was dem Hausmeister Ingo Kuleg schließlich auch gelang. Als das Muttertier gefangen war, ließen sich auch die Küken relativ leicht einsammeln. Die Tiere wurden in einen großen Pappkarton gesetzt und zu den Wallanlagen gefahren.

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Die Ente ist übrigens ein Wiederholungstäter, wie Porsiel erzählt. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie ihre Eier in dem Innenhof abgelegt und die ausgebrüteten Kinder später durch die Bankmitarbeiter zum Stadtgraben chauffieren lassen. Es spricht einiges dafür, dass der renitente Wasservogel auch im nächsten Jahr wieder eine Banktransaktion der ornithologischen Art in Anspruch nehmen muss.

Inzwischen ist die Entenmutter auf dem Stadtgraben unterwegs und hat sich dort augenscheinlich sehr gut eingelebt. Zusammen mit ihren Kindern ist sie auf der Wasserfläche oder auch im Ufergras gut zu beobachten und zeigt auch kaum Scheu vor Spaziergängern. Kein Wunder, hat sie doch so viel freundliche Transporthilfe erhalten – und das sogar, ohne ihre Kreditwürdigkeit groß unter Beweis stellen zu müssen.