Gardelegen l Alle Einwohner der Stadt Gardelegen sind aufgerufen, mit zu entscheiden, welcher Verwendung der Torwächter vom Salzwedeler Tor zugeführt werden soll. Das hat Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig in der Sitzung des Finanzausschusses am Mittwochabend bekanntgegeben. Sie nutzte die Gelegenheit und räumte zugleich mit zum Teil abenteuerlichen Gerüchten rings um den Torwächter auf. „Es gab sogar den Verdacht, dass wir den Torwächter gegen den Weihnachtsbaum auf dem Rathausplatz eingetauscht hätten“, sagte Zepig. Das sei natürlich nicht passiert. Der Torwächter habe aufgrund seines Pilzbefalles aus Sicherheitsgründen abgebaut werden müssen. Die Statue sei eingelagert worden. „Nun geht es darum, was soll damit passieren?“, fragte Zepig ins Versammlungsrund. Als Brennholz sollte der Torwächter jedenfalls nicht unbedingt enden. Eine erste Idee habe es schon im Sozialausschuss gegeben. Der Torwächter könnte längs in den Bürgerpark gelegt werden und für Kinder als Kletterobjekt dienen. Ob denn der Pilzbefall einer weiteren Verwendung nicht im Wege stünde, lauteten Anfragen aus dem Finanzausschuss. „Das haben wir geprüft. Der Befall ist bis zum Knie. Man könnte dort eine Amputation machen und ihn dann irgendwo schmuck hinlegen“, meinte Zepig.

Der Torwächter entstand aus dem Holz einer Eiche, die vor dem Salzwedeler Tor stand und 2001 nach einem Sturm umgekippt war. Angefertigt hat den hölzernen Gesellen Roland Lindner aus Zeitz. Am 28. Februar 2003 wurde er am Salzwedeler Tor auf- und am 25. November 2015 abgebaut.