TIERKADAVER ENTDECKT

Toter Wolf im Wald bei Vienau weist Schussverletzung auf

Warnhinweis: drastischer Inhalt. Bei Vienau in der Einheitsgemeinde Kalbe ist ein toter Wolf gefunden worden. Das Tier ist offenbar an einer Schussverletzung verendet, die ihm illegal zugefügt worden ist.

Von Cornelia Kaiser und Doreen Schulze
Ein Rudel Wölfe.
Ein Rudel Wölfe. Symbolfoto: Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Soeren Stache

Vienau. Diese Entdeckung wird eine Spaziergängerin, die regelmäßig mit ihrem Hund in der Gemarkung Vienau Gassi geht, so schnell nicht vergessen. Am frühen Montagabend sichtete sie an ihrer Spazierstrecke in einem Kiefernwald einen Tierkörper. War es ein toter Wolf? Die Frau war sich nicht ganz sicher, sondern verständigte nach ihrer Rückkehr den für den Bereich zuständigen Naturschutzbeauftragten Michael Arens, zumal der ebenfalls Vienauer ist.

Wie dieser dann gegenüber der Volksstimme berichtete, habe er sich den Fundort ganz genau beschreiben lassen – immerhin kennt er die Gemarkung wie seine eigene Westentasche – und habe dann den zuständigen Jagdpächter kontaktiert. Gemeinsam seien die beiden Männer an die beschriebene Stelle in Nähe des sogenannten Töpferberges, etwa 500 Meter von der Ortslage Vienau entfernt, gefahren und hätten nach dem Tierkadaver Ausschau gehalten. Der sei auch relativ schnell zu entdecken gewesen.

Und umgehend sei klar geworden, dass es sich nicht um einen großen Hund, sondern tatsächlich um einen Wolf handelte. Das Tier wies im hinteren Rumpfbereich eine große Schusswunde auf, die offenbar auch für den Tod ursächlich war. „Wir wissen aber nicht, wo es passiert es. Es könnte sein, dass der Wolf angeschossen und dann sogar noch weitergelaufen ist“, so der Naturschützer. Einige Kilometer könnte er möglicherweise noch zurückgelegt haben. Aber das seien Vermutungen.

Dieses toten Wolf mit Schussverletzung hat eine Spaziergängerin entdeckt.
Dieses toten Wolf mit Schussverletzung hat eine Spaziergängerin entdeckt.
Foto: Michael Arens

Die Sache sei natürlich umgehend dem Wolfskompetenzzentrum Iden gemeldet worden, welches dann auch einen Mitarbeiter vorbeigeschickt habe. Von dort seien daraufhin alle weiteren Schritte eingeleitet worden, so Arens. Der Kadaver sei geborgen worden.

Der Vorfall wurde am Dienstag vonseiten der Idener Landesbediensteten bestätigt. „Es wurde ein toter Wolf im Wald gefunden.“ Es sei von einer illegalen Tötung auszugehen, erklärte Ines Wahl, Dezernentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, dem das Wolfskompetenzzentrum zugehörig ist, auf Volksstimme-Anfrage.

Das getötete Tier sei nach ihren Aussagen bereits zur Untersuchung nach Berlin gebracht worden in das dafür zuständige Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.

Anzeige bei der Polizei

Fakt ist, dass Wölfe trotz ihrer zunehmenden Population nach wie vor als gefährdete Art gelten und streng geschützt sind. Das birgt immer wieder Konfliktpotenzial, nicht nur in puncto Nutztierhaltung. Auch der Deutsche Jagdverband hat sich bereits mehrfach für die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz eingesetzt.

Da ein Abschuss aber nach wie vor nicht erlaubt ist, müssen sich nun auch zuständige Behörden mit dem Fall befassen.

Der Unteren Jagdbehörde, die beim Altmarkkreis Salzwedel angesiedelt ist, war der Vorfall gestern noch nicht bekannt, wie Birgit Eurich von der Pressestelle auf Nachfrage informierte.

Bei der Polizei ist indes eine Anzeige zu dem Sachverhalt eingegangen, wie vom Revier Salzwedel bestätigt wurde. Die Ermittlungen dazu laufen.