Gardelegen l Das Reh, das am vergangenen Sonntag am Gardeleger Stadtrand nahe einer Bushaltestelle tot aufgefunden wurde, ist nicht von einem Wolf gerissen worden, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach bei einem Unfall ums Leben gekommen. Dies teilte das Landesamt für Umweltschutz gestern in einer Pressemitteilung mit.

Die Begutachtung hatte vor Ort Biologin Julia Kamp vom Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) übernommen. Den Fund hatten Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Ipse in Iden gemeldet, da sie von einem Wolfsriss in unmittelbarer Nähe ihrer Viehanlage ausgingen.

Verletzungen im Halsbereich

Der Kadaver wies Fraßspuren sowie leichte Verletzungen im Halsbereich auf. Bei einer ersten groben Inaugenscheinnahme konnte die Expertin eine Wolfsbeteiligung auch nicht sofort ausschließen.

Allerdings offenbarte eine genauere Inspektion des Kadavers nun, dass das Tier starke Prellungen aufwies, die sehr wahrscheinlich von einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug stammten. „Die Fraßspuren sowie die Verletzungen am Hals könnten aufgrund ihrer Intensität und Größe kleineren Nachnutzern, wie zum Beispiel Füchsen oder Raubvögeln zugeordnet werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Auch wenn in diesem Fall offensichtlich kein Wolf beteiligt war, bittet das Landesamt für Umweltschutz weiterhin um Hinweise auf Wölfe, zum Beispiel auch auf Sichtungen.

Diese sollten direkt an das Wolfskompetenzzentrum Iden unter der Telefonnummer: 039390/64 80 bis 83 oder per E-Mail an: wzi@lau.mlu.sachsen-anhalt.de gehen.

Bei Nutztierrissen sollten sich Halter bitte immer umgehend an das Wolfskompetenzzentrum Iden unter der Telefonnummer 0162/ 313 39 49 wenden.