Gardelegen l Ein Glaselement im romanischen Triumphbogen sowie moderne Stahleinbauten in der Halle für eine überdachte Empore sollen in der Nikolaikirche Gardelegen entstehen. Für Open-Air-Veranstaltungen, Konzerte, Adventsfeiern, Märkte aber auch für Hochzeiten und für private Feiern könne das Gebäude nach Abschluss des Vorhabens genutzt werden. Damit soll das kulturelle Angebot in der Stadt erweitert werden. Mit dieser Maßnahme werde das Gebäude als eines der „bedeutendsten Gebäude Gardelegens“ aufgewertet, wie Bürgermeisterin Mandy Zepig während der Sitzung des Finanzausschusses deutlich machte.

Glaselement im romanischen Bogen

Zur Realisierung der Maßnahme möchte die Stadt 250.000 Euro aus dem Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren zur Verfügung stellen. 66 Prozent Fördermittel sind bereits zugesagt. In dieser Woche haben der Bauausschuss, der Sozialausschuss und der Finanzausschuss über das Vorhaben beraten. Alle drei Gremien sprachen sich für dafür aus.

Die Mitglieder des Finanzausschusses legten auf Anraten des Ausschussmitgliedes Jörg Marten (SPD) Wert darauf, dass in der Vorlage für den Stadtratsbeschluss verankert werde, dass die Stadt die finanziellen Mittel nur zur Verfügung stelle, wenn vertraglich mit dem Verein für Kultur- und Denkmalpflege als Förderverein des Baudenkmals festgehalten werde, dass im Zuge des Vorhabens Maßnahmen zur akustischen Verbesserung vorgenommen werden.

Eine solche Maßnahme sei ohne großen Aufwand und große finanzielle Mittel umsetzbar, zum Beispiel mittels einer Stoffmöhre, die in den Raum gehangen wird, wie der zuständiger Planer Lutz Schwarzbrunn erklärte.

Mitteleinsatz auf Tagesordnung

Der Förderverein verfügt über einen Nutzungsvertrag mit der Kirchengemeinde und macht sich für die kulturelle Nutzung des Gebäudes stark. Künftige Mieteinnahmen bei Veranstaltungen könne der Verein nutzen, um die laufenden Unkosten zur Bewirtschaftung des Hauses abzudecken. Finanzausschussmitglied Rüdiger Wolf (FL) regte indes an, dass die Stadt, da sie Gelder für die Maßnahme bereitstellt, das Objekt für Veranstaltungen kostenlos nutzen könne, eventuell für einen zuvor festgelegten Zeitraum. Mandy Zepig kündigte an, mit dem Verein Rücksprache zu halten. Während der Hauptausschusssitzung am Dienstag nächster Woche werde sie sich dazu äußern. Dann steht der Mittel- einsatz für die Umsetzung des Entwicklungskonzeptes dort auf der Tagesordnung.

Fördermittel und Eigenmittel sollen in den Haushalten der Jahre 2018 bis 2021 bereitgestellt werden. „Die Fördermittelzusage ist da. Wir wollen aber versuchen, die Baumaßnahme zügig in zwei Jahresscheiben zu realisieren“, berichtete Bauamtsleiter Engelhard Behrends. „Ursprünglich war die Umsetzung für dieses Jahr geplant“, erklärte Planer Schwarzbrunn auf Volksstimme-Nachfrage. „Die Beteiligten sind sich bei eingeschränkter Verfügbarkeit der Finanzmittel wahrscheinlich einig, zuerst das Glaselement im romanischen Triumphbogen zu realisieren“, fügte er hinzu.

Auch das Antragsverfahren auf denkmalrechtliche Genehmigung, das begonnen wurde, muss erst abgeschlossen sein, bevor die Arbeiten beginnen können. „Die Dauer dieses Verfahrens ist auch oft ungewiss“, so Schwarzbrunn.