Gardelegen l Ganz still ist es in der Klostergalerie, hoch oben in der Klosterkirche, als Elke Maaß von Gabi Nickel erzählt. Denn die hatte bei einem Malkurs in der Volkshochschule einst den Grundstein gelegt für das, was jetzt etliche Frauen aus Gardelegen und Umgebung eng zusammenschweißt. Ihr gemeinsames Hobby ist die Malerei. Bei Künstlerin Gabi Nickel hatten sie alle die Leidenschaft dafür entdeckt, oder wiederentdeckt. „Ich weiß noch, wie es war, wenn wir nicht weiterkamen. Dann kam sie, nahm den Pinsel, machte ein, zwei Striche, und schon sah das Bild vor uns ganz anders aus“, erinnert sich Maaß, „und auch heute denken wir oft an sie, wünschen uns alle, sie wäre noch da.“ Denn leider war Gabriele Nickel 2016 an einer schweren Krankheit gestorben.

Aber sicher wäre die Künstlerin sehr stolz auf ihre „Eleven“ gewesen. Denn ihre Schüler haben auch ohne sie weitergemacht. Ihre Werke präsentierten Elke Maaß, Sigrun Behrendt, Kerstin Hauschild, Karin Leppek, Margot Göbel, Ingrid Kruse und Hannelore Weber nun erstmals in dieser Form in der Kloster Neuendorfer Galerie. „Und es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei“, lobte Pfarrer Jürgen Brilling die mittlerweile sechste Ausstellung. Denn die Besucher konnten Landschaftsbilder ebenso bewundern, wie Stillleben oder Porträts in verschiedenen Techniken. Aber als Gastgeber wollte Brilling natürlich auch noch so allerlei Näheres von den Künstlerinnen wissen.

Malen als Stressbewältigung

Auf seine Fragen hin erfuhren die Besucher der Vernissage so zum Beispiel, dass die meisten der Bilder nach Vorlagen entstanden, wie schwer es ist, „echte Wassertropfen“ auf einen Apfel zu malen, oder was die Männer der kunstbegeisterten Damen so tun, wenn ihre Ehefrauen malen. Die müssten dann nämlich „stiften gehen“, erzählte Maaß schmunzelnd. Denn mittlerweile gehöre nicht nur das Malen selbst und der Austausch darüber zu den regelmäßigen Treffen, „wir freuen uns auch immer auf ein Stück Kuchen und gute Gespräche.“ Alles Dinge also, die der Seele guttun. Ohnehin sei das Malen auch eine Art Stressbewältigung, betonten die Damen einhellig. „Viele von uns haben zudem auch eine Krankheitsgeschichte“, verriet Elke Maaß. Malen sei da oft wie eine kleine Auszeit aus der Geschäftigkeit des Alltags, die stets „ein Glücksgefühl“ mit sich bringe. Und so hat Künstlerin Gabriele Nickel ihren „Eleven“ offensichtlich deutlich mehr hinterlassen, als die nur technische Fähigkeit, schöne Dinge im Bild festzuhalten – nämlich ein besonderes Lebensgefühl, das auch alle ihre Bilder ausdrückten.

Bilder