Gardelegen l „Generell reagieren die Bürger mit großem Verständnis auf die aktuelle Situation und die damit verbundenen Einschränkungen“, schätzt Florian Kauer, Fachdienstleiter im Bereich Sicherheit und Ordnung, die aktuelle Lage im Pressegespräch ein. Insgesamt sei der Bürgerverkehr stark zurückgegangen. Im Standesamt, Einwohnermeldeamt, Gewerbeamt und im Friedhofswesen werden weiterhin alle Anliegen der Einwohner der Einheitsgemeinde bearbeitet – nur eben nicht bei offenen Bürotüren.

Maximal zehn Personen-Hochzeiten

Im Standesamt gelten besondere Maßnahmen. „Wir händigen Unterlagen, beispielsweise nach Sterbefällen, im Flur aus. Wichtig ist nur, dass sich die Bürger vorher telefonisch bei uns melden“, erklärt Standesbeamtin Petra Wendel. Dokumente, bei denen keine Unterschrift nötig ist, werden zurzeit grundsätzlich verschickt. Wenn Dokumente unterschrieben werden müssen, können Bürger diese per Mail erhalten, unterschreiben und dann per Post ans Standesamt schicken. Wendel: „Man findet immer Kompromisse.“ Auswirkungen haben die Einschränkungen des öffentlichen Lebens auch bei den Hochzeiten. Zwei Hochzeiten, die im April geplant waren, haben die Paare abgesagt.

Allerdings habe es in dieser Woche noch zwei Eheschließungen gegeben. Zuvor wurden die beiden Paare darauf hingewiesen, dass derzeit maximal zehn Personen ins Eheschließungszimmer des Gardelegener Rathauses dürfen. Mehr Gäste sind nicht möglich, um den vorgegebenen Mindestabstand von zirka zwei Metern einhalten zu können. Zudem müsse im Vorfeld immer eine Anwesenheitsliste ausgefüllt werden, damit alle informiert werden können, falls es einen Ansteckungsverdacht gebe. In Vorbereitung der geplanten Hochzeiten im Frühling und Sommer werden die Vorbereitungsgespräche mit den Paaren soweit wie möglich auf spätere Termine verlegt.

Einwohnermeldeamt täglich geöffnet

Im Einwohnermeldeamt sind zu den Sprechzeiten – täglich, außer mittwochs, von 9 bis 12 Uhr – keine Anmeldungen nötig. Die Wartezeiten für Bürger, die Dokumente beantragen wollen, seien bisher minimal, so Kauer. In diesem Bereich lässt sich nur wenig über Post oder Mail regeln, da für fast alle Dokumente, die über das Einwohnermeldeamt bezogen werden, persönliches Erscheinen Pflicht ist.

Anders ist es im Bereich Gewerbe, Hundeanmeldung und Sondernutzung. „Da kann ganz viel digital und per Post geklärt werden, das ist unproblematisch. Und das wurde zuvor auch schon von den Bürgern so genutzt“, betont Sachbearbeiterin Manuela Wille.

Keine Osterfeuer in diesem Jahr

Auch die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr ist weiterhin gegeben, der Brandschutz sichergestellt und die hauptamtlichen Gerätewarte sind uneingeschränkt tätig. Einzig Ersatzbeschaffungen seien derzeit nicht möglich, „aber wir sind noch gut ausgestattet“, versichert Sven Rasch, der zuständige Sachbearbeiter. Die Ausbildung der Kameraden bei Lehrgängen sei derzeit auf Null runtergefahren.

Zum bevorstehenden Osterfest gibt es eine klare Anweisung des Altmarkkreises Salzwedel, die von der Gardelegener Verwaltung umgesetzt wird. Es werden in diesem Jahr keine öffentlichen Osterfeuer veranstaltet, informiert Florian Kauer. Dies betrifft alle Osterfeuer, die von den Ortschaftsräten, Ortsfeuerwehren oder örtlichen Vereinen für die Dörfer organisiert werden. Grund sei, dass die Hansestadt nicht gewährleisten könne, dass die Voraussetzungen mit der Führung von Besucherlisten und Minimierung der Gästezahl eingehalten werden. „Bei diesen Veranstaltungen ist immer mit mehr als 50 Teilnehmern zu rechnen“, so der Fachdienstleiter. Bei der Frage, ob auf den Grünschnittplätzen dennoch das Material abgelegt werden darf, bittet Kauer die Bürger, bei den jeweiligen Organisatoren vor Ort nachzufragen.

Spielplätze werden kontrolliert

Wer privat ein Osterfeuer abbrennen möchte, muss das im Ordnungsamt der Stadt anmelden. „Die unterbinden wir derzeit nicht“, betont Kauer. Allerdings werden die Veranstalter von der Verwaltung auf die damit verbundenen Regelungen bei Menschenansammlungen – Anzahl der Teilnehmer, Mindestabstand, Teilnehmerliste – hingewiesen. Zudem appellieren die Mitarbeiter an den gesunden Menschenverstand und empfehlen, die Veranstaltung auch privat nicht stattfinden zu lassen

Nach der Entscheidung der Landesregierung, alle Spielplätze im Land zu sperren, stehen in Gardelegen und den Ortsteilen Schilder, die darauf hinweisen, dass diese geschlossen sind. „Wir können nur an die Eltern appellieren, sich daran zu halten, so schwierig die Situation im Moment auch ist und so schwer das auch fällt“, sagt Kauer. Der Außendienst werde in Absprache mit der zuständigen Behörde, dem Altmarkkreis Salzwedel, im Rahmen seiner Streifengänge die Einhaltung der Schließung beobachten – auch am Wochenende – und die Bürger darauf hinweisen.

Homepage wird täglich aktualisiert

Ob noch mehr Maßnahmen ergriffen werden müssen, werde von Tag zu Tag beraten. „Jeden Tag um 8 Uhr trifft sich die Corona-Einsatzgruppe und berät die aktuelle Lage“, erläutert Bürgermeisterin Mandy Schumacher. Über weitere Maßnahmen werden dann die Stadträte und Ortsbürgermeister regelmäßig informiert. Auch die Homepage der Stadt wird ständig aktualisiert. Dort sind alle wichtigen Telefonnummern und notwendigen Formulare zusammengefasst.