Zichtau l Zu dritt sitzen sie am Dienstagabend mit am Tisch der Zichtauer Ortschaftsräte. Neben Philip Rusche, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Zukunft Altmark als Mann vor Ort, sind auch von Blüchers langjährige Sekretärin, Hildegard Zecher, und mit Maximilian Ritter einer der beratenden Mitarbeiter von Blüchers anwesend. Die drei sind sehr aufmerksam: Wohlwollende Blicke bei allen Tagesordnungspunkten, einige freundliche Nachfragen, die Zusage auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit Dorf und Waldbadverein... Aber es ist ganz offensichtlich, dass sie ein anderes Anliegen haben. Und das ist schließlich der letzte Tagesordnungspunkt. Es geht um den neuen Flächennutzungsplan der Einheitsgemeinde Gardelegen. Hier natürlich ganz speziell um Zichtau. Es geht um Flächennutzungen, zukünftig und aktuell. Es geht unter anderem um Flächen wie die Jungrinderanlage in Zichtaus Norden, den einstigen Schulgarten in der Dorfmitte oder die Bungalowsiedlung im Westen.

Für diese Standorte lassen sich die Vertreter von Blüchers ganz genau erklären, welche Bedeutung die jeweiligen Planzeichen haben. Das weckt natürlich die Neugierde der Anwesenden und bringt die Gäste ein wenig in Zugzwang. Es gebe, so formuliert es Maximilian Ritter schließlich vorsichtig, „verschiedene Projekte Hasso von Blüchers, die sich aktuell konkretisieren und zu denen in Kürze Entscheidungen fallen werden.“ So könne sich von Blücher unter anderem vorstellen, in Zichtau eine private Schule zu etablieren. „Ja, für Kinder, nicht für Erwachsene“, stellt Ritter auf Nachfrage lächelnd klar. Der Schwerpunkt, so die ersten Pläne, solle dabei im Kreativbereich liegen.

Bislang kein Projekt im Schredder gelandet

„Uns ist aber natürlich klar, dass hier sehr viele Dinge zu beachten sind“, betont Ritter. Deshalb sei eine weitere Überlegung, alternativ eine Sommerschule (also ein Camp nach amerikanischem Vorbild), in Zichtau zu etablieren, und dort Kurse in verschiedenen künstlerischen oder naturbezogenen Bereichen wie Gärtnern oder Landwirtschaft anzubieten. In Zusammenhang mit diesen Plänen gebe es auch weitere Überlegungen in Richtung von Übernachtungsmöglichkeiten.

In der Vergangenheit habe es dazu schon ja schon Vorhaben gegeben, erinnert von Blüchers Sekretärin – offensichtlich mit Blick auf das früher geplante Gutshotel –, „und ich versichere Ihnen: Bislang ist noch keines der Projekte im Schredder gelandet.“

Zichtauer gehören zum Gut dazu

Alle Überlegungen steckten vorerst allerdings noch in den Kinderschuhen, betont Ritter. Eines könne er aber mit Bestimmtheit sagen: „Herr von Blücher hat noch sehr, sehr viel vor in der Region.“ In Zukunft wolle er auch wieder mehr Zeit in Zichtau verbringen, sei in den vergangenen Wochen bereits wieder öfter hier gewesen. „Und er möchte unbedingt, dass die Dorfgemeinde Zichtau mehr und mehr mit dem Gut vereint wird.“ Die Zichtauer sollten das Gefühl haben, „zum Gut dazu zu gehören.“ Zu hören, dass der Ortschaftsrat hinter ihm stehe, werde ihn deshalb riesig freuen, versichert Maximilian Ritter.

Im Ortschaftsrat schlägt den Mitarbeitern des Gutsherrn tatsächlich viel Sympathie entgegen. Es gibt sogar die Zusage, sich für die neuen Pläne stark zu machen.

Änderung im Flächenplan gefordert

Ein Beschluss, in dem die Ratsmitglieder zahlreiche Änderungen im Flächennutzungsplan fordern, ist der erste Schritt. Ortsbürgermeisterin Astrid Läsecke bietet den Gästen zudem an, gemeinsam mit ihnen einen Termin in der Verwaltung zu vereinbaren und sich im Bauamt die Pläne noch einmal genau erklären zu lassen. Die Zeit dränge nämlich, betont Läsecke. Spätestens bis zum 12. November müssten Änderungsvorschläge eingereicht werden.

Ganz im Gegensatz dazu gibt es für die Vorhaben von Blüchers noch keinen Zeitplan. „Es gibt derzeit ja Überlegungen in verschiedene Richtungen“, noch sei nicht sicher, welche der Ideen sich wann umsetzen lasse, bittet Maximilian Ritter im Nachgang der Sitzung um Verständnis. Sobald etwas konkret werde, werde aber natürlich mehr verraten.