Kalbe l Auf ein bewegtes Jahr blickten die Mitglieder der Volkssolidarität Ortsgruppe Kalbe während ihrer Mitgliederversammlung zurück. Die Schließung der Begegnungsstätte, untergebracht im Kalbenser Kulturhaus, stand in diesem Jahr zur Debatte (wir berichteten). Der Regionalverband der Volkssolidarität mit Sitz in Gardelegen hatte den Vertrag für die Begegnungsstätte in Kalbe zum Jahresende gekündigt. Von einer Schließung konnte nun aber doch abgesehen werden, da der Kalbenser Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ab 1. Januar 2020 die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte mieten. Die Awo bietet an, dass Gruppen, die sich hier bislang regelmäßig getroffen haben, dies auch weiterhin dort tun können.

Trotz dieser guten Nachrichten, die die Awo bereits in der vorigen Woche verkündete (wir berichteten), waren die Wogen innerhalb der Ortsgruppe der Volkssolidarität noch nicht geglättet. Im Raum stand der Vorwurf einiger Mitglieder, der Vorstand der Ortsgruppe habe sich nicht genügend für den Erhalt der Begegnungsstätte eingesetzt.

Haben uns sehr engagiert

„Das ist vor allem ein Vorwurf, den Mitglieder machten, die noch nicht so lange der Gruppe angehören“, erklärte Erika Schwarzbach, stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe Gardelegen. Sie nutzte die Mitgliederversammlung, um klarzustellen, dass die drohende Schließung kein Versäumnis des Vorstandes der Ortsgruppe gewesen sei. Im Gegenteil: Als der Regionalverband der Volkssolidarität in Gardelegen wegen geringer Beteiligung die Schließung in Kalbe avisierte, startete die Ortsgruppe eine Petition, sammelte Unterschriften für den Erhalt der Begegnungsstätte. „Wir haben uns sehr engagiert“, so Schwarzbach im Volksstimme-Gespräch.

Schwarzbach machte deutlich, dass die Regelung der Finanzen, die Entscheidung über den Erhalt einer Räumlichkeit nicht im Aufgabenbereich der Ortsgruppe fällt. Zuständig ist diese für die Organisation von Veranstaltungen und Fahrten. Die Mitglieder des Vorstandes richteten beispielsweise den Geburtstag des Monats aus. Aber: „Das Finanzielle regelt der Regionalverband.“ Außerdem betonte Schwarzbach, dass der Vorstand der Ortsgruppe seine Aufgaben ehrenamtlich ausführt.

Absprache am 7. Januar

Auch wenn die Awo ab Januar nächsten Jahres Mieter der Begegnungsstätte ist, bleibt die Ortsgruppe der Volkssolidarität in Kalbe als solche bestehen. Für die Nutzung der Begegnungsstätte werde ein Obolus an die Awo gezahlt. Wie hoch dieser ausfällt und weitere Abstimmungen werde bei einer Zusammenkunft zwischen Ortsgruppe und Awo am 7. Januar besprochen.

Fakt ist jedoch, dass es einige Austritte geben wird, so Schwarzbach. Der Unmut der Mitglieder, die austreten, sei verständlich, so die stellvertretende Vorsitzende. Allerdings schade ihr Austritt auch der Ortsgruppe. „Dadurch erhalten wir weniger Beiträge. Und das bedeutet, dass wir weniger Geld für Kultur und Veranstaltungen zur Verfügung haben werden“, sagte Erika Schwarzbach.