Gardelegen l Voll wurde es im Gemeindehaus in Kloster Neuendorf, sehr voll. Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Bürgerinformationsveranstaltung zum Straßenbauvorhaben war kaum noch ein freier Stuhl zu finden. Gäste mussten in der angrenzenden Bibliothek Platz nehmen, standen im Flur oder vor dem Gebäude. Lautsprecher mussten aufgestellt werden, damit alle etwas von den Ausführungen Michael Fuhrmanns von der Landesstraßenbaubehörde mitbekamen.

Fuhrmann erläuterte die vom 18. Juni bis 17. August vorgesehenen Arbeiten. Vom Ortseingangsschild durch den Ort, vorbei an den Kellerbergen bis zum Glaswerk muss die B 188 erneuert werden, wie er mitteilte. Für das Gros der teilnehmenden Gäste war aber ein Thema vorrangig: Wie wird während der Bauphase die Verkehrsführung im Ort aussehen? „Wir müssen unter Vollsperrung bauen“, sagte Fuhrmann. Eine halbseitige Sperrung sei aus Gründen der Sicherheit nur auf Straßen mit einer Breite von 7,50 Metern möglich, „aber die haben wir hier nicht“, erklärte er die Notwendigkeit der Vollsperrung.

Rettungswagen kommt lang

Die Umleitung für den Lkw- und Durchgangsverkehr wird über die L 28 erfolgen. Fahrzeuge, die aus Richtung Stendal kommen, werden über Jäskau, Lindstedt, Kassieck und Hem- stedt nach Gardelegen umgeleitet – und umgekehrt. Für Anlieger und Einwohner werde die Beschränkung einiger Wege um den Ort aufgehoben. Dies gelte für den Zienauer und den Trüstedter Weg. „Das gilt aber nur für Anlieger. Wir wollen keinen Lkw über die Feldwege fahren sehen“, machte Fuhrmann deutlich. Die Einwohner stellten viele weitere Fragen zum Beispiel: „Wie erreichen wir unsere Grundstücke? Wie kommt der Pflegedienst zu den Pflegebedürftigen? Und was ist eigentlich, wenn Rettungswagen oder Feuerwehr im Ort zum Einsatz kommen müssen? „Im Notfall kommen Rettungswagen zum Einsatzort. Notfalls fahren sie über die frische Schwarzdecke, und wir fräsen sie hinterher wieder ab“, stellte Fuhrmann klar. Pflegedienstmitarbeiter, Paketzusteller und weitere Anlieger können über genannte Wege den Ort erreichen, dort parken, zum Beispiel auf dem Dorfplatz. „Die Gehwege sind ja da. Die sind von der Maßnahme nicht betroffen“, sagte Fuhrmann. Anwohner der Kellerberge können in Absprache mit der Baufirma ihre Grundstücke erreichen.

Die Abfallbehälter werden zu den Entsorgungsterminen von der Baufirma zum Sammelplatz gebracht. Sie sollten mit Namen versehen werden. Die Arbeiten starten am 18. Juni. Ob es auch gleich mit der Vollsperrung los geht, sei noch ungewiss, so Fuhrmann. Dies entscheide sich bei der Bauanlaufberatung am kommenden Montag.

Investition von 1,35 Millionen Euro

Notwendig ist die Baumaßnahme, da die Fahrbahn in einigen Bereichen eine extreme Rissbildung aufweist und uneben ist. Auch die Entwässerungsrinne muss erneuert werden, so Fuhrmann. Der Bund investiert 1,35 Millionen Euro, wie Fuhrmann mitteilte. Einwohner werden nicht zur Kasse gebeten, es fallen keine Ausbaubeiträge an.