Kalbe l Weil es vor der Kindertagesstätte „Märchenland“ in Kalbe beinahe zu einem Unfall gekommen wäre, bei dem ein Kind von einem Auto erfasst worden wäre, startete das Elternkuratorium Ende September eine Petition. Eine Verkehrsberuhigung, egal in welcher Form, vor der Einrichtung an der Gartenstraße sollte erwirkt werden. Während der Stadtratssitzung im November übergaben Eltern und Erzieher dem Stadtrat mehr als 500 Unterschriften. Mit diesen sprachen sich die Unterzeichner der Petition für eine bessere Verkehrssituation aus. Nun befasste sich der Stadtrat erneut mit diesem Thema.

Geringe Frequentierung

Karten Ruth, Einheitsgemeinde-Bürgermeister in Kalbe, berichtete am Donnerstagabend, dass nun Stellungnahmen der Fachämter vorliegen würden. Außerdem sei eine Verkehrszählung erfolgt. „Es ist umfangreiches Material zusammengekommen“, so Ruth. Allerdings zeichne sich aus diesem Material ab, dass das Errichten eines Fußgängerüberweges in einer 30er Zone und „bei dieser geringen Frequentierung“ nicht umsetzbar sei.

Das Errichten von Verkehrshindernissen, um beispielsweise die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu drosseln, stelle ein Rechtsrisiko dar. Sollte jemand bei „Nacht und Nabel auffahren, kann er die Stadt in Haftung nehmen“, erklärte Ruth. Ein Vorschlag, der auch seitens der Polizei komme, sei ein „umfangreiches Halteverbot“ gegenüber der Einrichtung. Dies sei eine Lösung, die die Fachämter favorisieren würden, für die sich aber auch die Mitglieder des Hauptausschusses ausgesprochen hätten.

Eltern sollen entscheiden

Dieser Vorschlag solle weiter verfolgt werden. „Wir spielen nun den Ball an die Eltern zurück“ sagte der Bürgermeister. Den Mitgliedern des Kuratoriums werde der Vorschlag des Halteverbotes unterbreitet. Dann können die Eltern entscheiden, ob sie ein Halteverbot wünschen oder den Status Quo aufrechterhalten wollen.

Stadtratsmitglied Helmut Bender (CDU) begrüßte diesen Vorschlag. Er teilte auch mit, dass Eltern nicht unbedingt auf dem Parkplatz des Kulturhauses stoppen müssten, um ihre Kinder bei einem Halteverbot fußläufig abzuholen. So gebe es auch an der Gartenstraße, rund 30 Meter von der Kindertagesstätte entfernt, Parkmöglichkeiten.

Halteverbot favorisiert

„Das Kind morgens an die Hand nehmen und dann zu Fuß in die Kita bringen, das finde ich ganz toll“, äußerte sich Bernd Pawelski (CDU). Er nannte die derzeitige Verkehrssituation vor der Einrichtung eine „Misere, die von Eltern gemacht ist“, denn diese würden ihre Kinder „am liebsten ins Haus hineinfahren. Ich spitze das jetzt einmal zu. Das mache ich ganz bewusst.“ Den Vorschlag des Halteverbotes: „Den finde ich super“, sagte Pawelski.

Ortrun Cyris, Vorsitzende des Stadtrates, regte an, das Gespräch mit den Eltern zu suchen, beispielsweise an einem Runden Tisch. „Es sind ja Parkplätze vor der Kita da. Zu den Stoßzeiten sind diese aber oft belegt“, fügte sie hinzu. Mit einer Stimmenthaltung sprach sich der Kalbenser Stadtrat für den Vorschlag des Halteverbotes aus, sofern die Eltern dieses ebenfalls wünschen.

Diesen Vorschlag begrüßte auch Katrin Berndt, Leiterin der Kindertagesstätte. „Ein Halteverbot, das war ja auch ein Vorschlag von uns. Wir werden das mit den Eltern besprechen. Ich denke, dass das eine gute Lösung ist“, äußerte die Kita-Leiterin gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Vor allem zu den Stoßzeiten hätten Eltern, die auf den regulären Parkplätzen der Einrichtung stehen würden, durch die parkenden Autos am gegenüberliegenden Straßenrand und den fließenden Verkehr oft Probleme, die Parknischen wieder zu verlassen, so die Kita-Leiterin.