Gardelegen l „Wir haben hier eine interessante Mischung: in der Tourist-Info die Neuzeit, im Keller das Mittelalter und oben im Galeriegeschoss die Moderne mit wechselnden Ausstellungen“, hatte Gabriela Winkelmann von der Stabsstelle Stadtmarketing der Stadtverwaltung nach dem Einzug der Tourist-Information in die Alte Löwenapotheke gesagt. Ein Kleinod sei dieses Haus. Und in der Tat: Es ist schon ein Hingucker in der Stadt, das Gebäude mit dem goldenen Löwen über dem Eingang.

Aber der Zahn der Zeit hat schon eifrig am denkmalgeschützten Haus der Alten Löwenapotheke genagt, auch wenn in der Vergangenheit schon viel Geld in die Sanierung des Hauses geflossen ist. Denn begonnen hatten die Arbeiten bereits im Frühsommer 2017. Doch die Stadt hat noch große Pläne mit diesem Gebäude. Mitte Juni 2018 nämlich hatte der Gardelegener Stadtrat eine Grundsatzentscheidung getroffen. Das historische Gebäude soll zu einem Haus des Gastes entwickelt werden.

Brauereimuseum und Galeriegeschoss

Im historischen Vordergebäude, im einstigen Stadtmuseum, befindet sich heute die Tourist-Information. In der oberen Etage wurde ein Galeriegeschoss eingerichtet. Dort können vor allem regionale Hobby- und Profi-Künstler Ausstellungen präsentieren.

Bei der Alten Löwenapotheke handelt es sich um einen Gebäudekomplex mit dem historischen Vorderhaus, einem Renaissance-Gebäude aus dem Jahr 1685, und einem Anbau auf der Hofseite aus dem Jahr 1983. Geplant ist ein Abriss des Hofgebäudes. Dort soll ein neuer Anbau geschaffen werden, um den heutigen Anforderungen an Brandschutz und Barrierefreiheit gerecht zu werden. Der Anbau soll ein Mauerwerksbau mit Stahlbetondecken, zwei Stahlbetontreppen, die zugleich als Fluchtwege ausgewiesen werden sollen, und einem Flachdach werden. Innen- und Installationswände werden im Trockenbau erstellt. Die Eingangsfassade wird verglast. Außerdem soll im Anbau ein Personenaufzug eingebaut werden, der den barrierefreien Zugang zu allen Geschossen ermöglicht. Damit soll das alte und neue Gebäudeensemble zu einem Haus des Gastes entwickelt werden.

Fassade und Dach werden erneuert

Doch zunächst geht es um das historische Vorderhaus. Unter anderem ist die Sanierung des Giebels, der Längsseite des Hauses und des Daches geplant. Eine erste Kostenschätzung beläuft sich auf 500.000 Euro. Um den konkreten Finanzbedarf zu ermitteln, sei es erforderlich, eine Gesamtplanung zu erstellen, heißt es in der Begründung einer Beschlussvorlage für den Stadtrat.

Die Planung soll in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Die Sanierung soll dann 2021 beginnen. Die Finanzierung sei gesichert. Für das nächste Jahr liege bereits eine Förderzusage über einen Zuschuss von 315.000 Euro vor. Begonnen hatte die Sanierung des Hauses im Frühsommer 2017 mit der Trockenlegung des Gebäudes. Beim Ausschachten wurde festgestellt, dass das Fundament nur aus lose aufgeschichteten Feldsteinen bestand. Nach den Sicherungsarbeiten folgte die Trockenlegung.

2018 wurde die Sanierung der Alten Löwenapotheke fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand die Erneuerung der Holzfenster im Erdgeschoss und Kellergeschoss an der Straßenseite. Darüber hinaus wurde die alte Hauseingangstür aufgearbeitet. Im Eingangsbereich und den Innenräumen links und rechts des Eingangsbereiches wurden Putzarbeiten ausgeführt. Verwendet wurden Baustoffe, die für die Sanierung von Denkmalen zugelassen sind. Die Gesamtkosten mit dem Anbau werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Finanzierung soll mit Fördergeld gesichert werden. Für das Vorhaben im nächsten Jahr werden das 80 Prozent der Baukosten sein.