Mieste l Die Sanierung des Dorfteiches an der Wilhelmstraße in Mieste habe er eigentlich nicht sofort angehen wollen, erklärte Ortsbürgermeister Andy Neubauer während der jüngsten Ortschaftsratssitzung im Drömlingsdorf. Da er direkter Anwohner sei, wollte er sich nicht dem Vorwurf aussetzen, dass er sich als Dorfchef zuallererst um Belange vor seiner Haustür kümmere. Der Druck aber, das dort dringender Handlungsbedarf bestehe, da unter anderem der Schlamm im Teich schadstoffbelastet sei (Volksstimme berichtete), sei irgendwann dann doch so groß gewesen, dass gemeinsam mit der Gardelegener Verwaltung entschieden wurde, die Sanierung anzugehen.

Voraussetzung dafür sind Fördermittel. Und diese wurden, wie Bauamtsleiter Ottmar Wiesel bestätigte, zum Stichtag 1. März beim Landesverwaltungsamt über das Leaderprogramm angemeldet. In den nächsten Wochen erfolge nun die Prüfung aller eingegangener Anträge. „Wir sind in optimistischer Erwartung, dass noch 2020 der Zuwendungsbescheid für die angemeldeten Fördermittel kommt“, schätzt Wiesel die Hoffnung auf einen positiven Bescheid ein. Im Anschluss werde die Maßnahme, die Entschlammung des Miester Dorfteiches inklusive Entsorgung des belasteten Schlammes als Sondermüll, dann auch sofort ausgeschrieben und umgesetzt.

Eine Insel für die Enten

Dazu werden, wie Andy Neubauer ausführte, auch zwei Seiten des Teiches angeschrägt, was der Sicherheit erheblich zugute komme. Denn derzeit gebe es ringsum nur steile Kanten, durch die man auch mit Rettungstechnik nicht an die Wasserfläche gelange, sollte das, was man nicht hoffen wolle, mal der Fall sein.

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Was im Zuge des Ausbaggerns auf jeden Fall verschwinden werde, sei das kleine Entenhaus in der Mitte des Teiches. Das ist, so Neubauer, an dieser Stelle auch sinnlos, da der Reiher auf dem Dach landet und sich die Eier herausholt. Am Rand etwas zu bauen, bringe ebenfalls nichts, da Marder und Waschbär auch die Nester plündern würden. Günstig wäre eine mit Schilf bewachsene kleine Enten-Brutinsel in der Mitte des Teiches. So wie es früher einmal gewesen sei. Da käme der Reiher nicht ran. Entschieden sei diesbezüglich aber noch nichts.

Auch rund um den Teich ist einiges vorgesehen, um diesen idyllischen Ort in der Dorfmitte gemeinsam mit der Biosphärenreservatsverwaltung, mit der man laut Ortsbürgermeister eng zusammenarbeite, zu einer parkähnlichen Anlage umzugestalten. Unter anderem sind Blühstreifen für Bienen vorgesehen, die dort auch ein Häuschen erhalten sollen. Auch an Fledermäuse, Schleiereulen und Schwalben werde gedacht. Für sie werden der Trafoturm und das Trafohäuschen am Dorfteich, die beide vom Stromversorger nicht mehr genutzt werden, umgestaltet. Das gilt auch für den Turm in Wernitz, bei dem noch die Herrichtung des Inneren für die Tiere fehlt.

Trüstedter Teich auch auf der Agenda

Neben dem Miester Dorfteich steht in diesem Jahr laut Bauamtsleiter Wiesel auch noch der Teich in Trüstedt zur Debatte, dessen Beprobung im vergangenen Jahr auf Drängen der Bürger den Anstoß zur Überprüfung weiterer Dorfteiche im Gebiet der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen gab. Insgesamt gibt es etwa 14 Dorfteiche und mit dem Planschbecken, dem Stadtgraben und der alten Mildebadeanstalt drei teichähnliche Anlagen in Gardelegen.

Auch für den Trüstedter Teich habe die Stadt mit etwas Glück die Möglichkeit, Mitte des Jahres Fördermittel zur Sanierung und Renaturierung zu beantragen. Im Rahmen der Leader-Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide, in dessen Bereich sich der Jävenitzer Ortsteil befindet, sind „einige Projekte weggebrochen, die in den oberen Prioritäten angesiedelt waren“, so die Auskunft von Wiesel. Damit gebe es Platz für Nachrücker-Projekte wie der Dorfteich in Trüstedt. Da müsse jetzt aber erst einmal die Entwicklung abgewartet werden.