Gardelegen l Der Gardeleger Wall sei ein ganz besonderer Schatz, betonte Holger Schmidt vom Büro für Siedlungserneuerung Dessau beim zweiten Gardeleger Stadtspaziergang. Und damit der Wall auch ein besonderer Schatz bleibt, investiert die Stadt jährlich viel Geld in die Pflege der Anlagen. Etwa 80.000 Euro sind das pro Jahr. „Viel Geld“, so Stadtbauamtsleiter Engelhard Behrends. Aber das müsse auch sein. Denn viel Geld sei in den vergangenen Jahren auch investiert worden, damit der historische grüne Ring um die Altstadt erhalten und wieder auf Vordermann gebracht werden konnte.

Und da auch viel Fördergeld quasi im Wall steckt, war der Wall auch eine Station beim zweiten Gardeleger Stadtrundgang, zu dem Verwaltung und das Dessauer Büro eingeladen hatten. Das Büro ist mit der Fortschreibung des Integrierten gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) beauftragt und wollte dazu im Vorfeld auch Vorschläge und Ideen von Einwohnern aufnehmen.

Kleine Bastion soll saniert werden

„Eine gute Million Euro“ sei auf den Wallanlagen, die das Kerngebiet der Stadtsanierung eingrenzen, investiert worden. Möglich wurde die umfassende Gestaltung der historischen Anlagen durch ein spezielles Förderprogramm des Landes, das Gartenträume-Programm. Vor Jahren seien 1000 historische Parks und Gartenanlagen für ein Modellprojekt mit insgesamt 40 Anlagen untersucht worden. Der Gardeleger Wall habe es damals geschafft, Aufnahme in dieses Modellprojekt zu finden. Ein Potsdamer Planungsbüro habe dann die Unterlagen erarbeitet. Die Planungsvorgaben seien Schritt für Schritt in etlichen Jahren umgesetzt worden. Sicher, so Behrends, habe es auch viel Ärger gegeben, etwa über gefällte Baume. „Aber unterm Strich ist etwas sehr Schönes entstanden, worauf wir stolz sein können“, betonte Behrends.

Damit seien die Arbeiten allerdings noch längst nicht abgeschlossen. „Ich wünsche mir noch mehr blühende Farbtupfer“, so Behrends. In dieser Sache sei die Gartenakademie mit Sitz im Salzwedeler Tor um gute Ideen gefragt. Im Salzwedeler Tor sind Arbeiten in der kleinen Bastion für etwa 120.000 Euro geplant.

Handlungsbedarf beim Magdeburger Tor

Auf dem Wall selbst müssen etliche Wege überarbeitet werden. Die Uferbefestigung des Stadtgrabens müsse „ertüchtigt“ werden, so Behrends. Handlungsbedarf gebe es auch für das Magdeburger Tor. Darüber hinaus soll in einigen Bereichen die Stadtmauer saniert werden.