Sachau l Sie heißen Rive und Chipie und werden ab diesem Frühjahr Interessierte durch den Drömling begleiten – die beiden Eseldamen Rive und Chipie. Rive ist 14 Jahre alt, ihre Tochter ist 7. Für das Angebot der Eselwanderungen durch den Drömling holte Lutz Kulina die beiden Poitou-Esel, eine genügsame Eselrasse, die vom Aussterben bedroht ist, eigens aus Frankreich ab. Seit März stehen diese beiden Tiere nun bei ihm auf der Weide in Solpke Süd. Rive ist trächtig und wird im Februar nächsten Jahres ein Fohlen zur Welt bringen.

Nachfragen für die Eselwanderungen gibt es bereits etliche, wie Kulina versichert. So zeigt unter anderem eine Familie aus Leipzig Interesse. Auch ein Vater mit Sohn aus Magdeburg hat sich angemeldet, Anfragen gibt es auch aus Wolfsburg. Und sogar eine Kindergeburtstagsgesellschaft aus Flechtingen wird kommen.

Schnuppertag am 12. Mai

Für ein bis zwei Stunden können die Teilnehmer die beiden Esel, beladen mit Packtaschen für Getränke, führen und dabei durch die Natur wandern. „Man muss sich auf die Esel einlassen. Die Zeit mit ihnen im Drömling entspannt, entschleunigt“, sagt Kulina. Nach der Wanderung besteht die Möglichkeit, an der Scheune in Sachau, die Kulinas eigens für dieses Angebot hergerichtet haben, zu grillen oder Kaffee und Kuchen zu genießen. Zusätzlich werden Kremserfahrten angeboten, hierbei werden allerdings mit Kaltblüterpferden vorgespannt.

Ein Hingucker sind die beiden Poitou-Eselstuten – die schwerste Eselrasse der Welt – allemal. „Oft kommen Leute nur zum Anschauen der Tiere in den Ort. Sie kommen bis zur Weide, gucken, drehen wieder um und fahren weiter“, berichtet Kulina. Von Leuten aus dem Ort und der Region wurde er der Esel wegen schon des Öfteren angesprochen. Das große Interesse brachte ihn schließlich auf die Idee, einen Esel-Schnuppertag, einen Tag der offenen Tür, anzubieten.

Esel als Wolfsschutz

Da die Eselwanderungen jeweils in Sachau starten werden, findet dort auch der Esel-Schnuppertag statt. Beginn ist um 10 Uhr. Die Besucher können die Esel kennenlernen. Kutschfahrten werden angeboten. Mitglieder des Fremdenverkehrsvereines Mieste werden Wissenswertes über den Drömling berichten. Es wird Kaffee und Kuchen geben und zur Mittagszeit auch Deftiges. Am frühen Nachmittag klingt die Veranstaltung aus.

Ganz neu ist die Haltung von Eseln für den Klauenpfleger, der im Nebenerwerb auch als Landwirt tätig ist, nicht. Für seine Highland Cattle-Herde und seine Charolaisherde setzt Lutz Kulina bereits seit sechs Jahren Esel als Wolfsschutz ein. „Esel sind keine Fluchttiere. Sie flüchten nicht, sie gehen auf den Wolf drauf los. Das kennt der Wolf nicht“, erklärt der Solpker. Und natürlich ist es auch das laute „Iah“ der Esel, was den Wolf vertreibt. Dass es bereits Wolfsrisse in der Nähe des Ortes gegeben hat, aber nicht in Kulinas Herde, gibt ihm recht. Mit den Poitou-Eseln hat Kulina nun insgesamt sechs Esel auf der Weide stehen.