Jeggau l Auf goldenem Untergrund angebracht zeigt das Wappen des Ortes Jeggau einen flugbereiten blauen Phönix mit rotem Schnabel und ausgeschlagener Zunge. Er steigt aus rotem Feuer auf. Über ihn stehen drei sechsstrahlige blaue Sterne, der mittlere ist der größte.

Mit diesem Wappen wollte der Jeggauer Gemeinderat für das Dorf vor der Gebietsreform noch ein Stück Identität schaffen. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein Wappen für Jeggau.

Identifikation vor der Gebietsreform

Die Genehmigung eines Wappens war aber auch nur möglich gewesen, solange die Gemeinde selbstständig ist, erklärte damals Heraldiker Jörg Mantzsch. Verliert die Gemeinde ihre Selbstständigkeit, zum Beispiel durch die Eingemeindung in die Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen, ist das Erstellen eines Wappens nicht mehr möglich. Also sprach sich der Jeggauer Gemeinderat 2008 – vor der Gemeindegebietsreform – dafür aus, ein Wappen anfertigen zu lassen. Heraldiker Jörg Mantzsch befasste sich damals mit diesem Anliegen und suchte eine passende Abbildung in der Historie des Altmarkdorfes, denn das Wappen, so Mantzsch, müsse ein Symbol zeigen, welches die Bevölkerung mit dem Wohnort verbinde, also ein Symbol der Identifikation mit der Heimat sein. Jeggau ist in seiner jahrhundertelangen Geschichte nicht durch spektakuläre Ereignisse hervorgetreten. Es war ein kleines Bauerndorf, in dem sich die Menschen durch Ackerbau und Viehzucht sowie durch kleinere Handwerke ernährten. Und dennoch fand sich etwas, was sich immer wieder durch die Geschichte zog. So war rasch ein entsprechendes Symbol gefunden.

Jeggau fiel mehrmals den Flammen zum Opfer. Immer wieder bauten seine Bewohner das Dorf wieder auf. Daher entschied sich der Heraldiker für das Symbol des Phönix, der aus der Asche aufsteigt.

Acht Brände in knapp 100 Jahren

Anneliese Wesch beschrieb in der von ihr erarbeiteten Orts- chronik, dass der Ort in früherer Zeit mehrmals brannte. Ein erstes Feuer kann im Jahr 1651 nachgewiesen werden. „Nachdem der Dreißigjährige Krieg schon viel Not und Elend über das Land gebracht hatte“, wie es in der Chronik heißt. Besonders schlimm traf es das Dorf aber im 19. Jahrhundert. Es war eine Zeit der Feuersbrünste. Jeggau ging 1830, 1835, 1841, 1843, 1880, 1888, 1905 und 1913 in Flammen auf. Und jedes Mal richteten die Einwohner ihre Häuser und Stallungen wieder auf. Und auch das Gemeinwesen ging weiter. Über dem aus den roten Flammen aufsteigenden Phönix stehen drei Sterne. Diese stehen für die Ortsteile Jeggau, Dudel und Eigenthum. Wobei der größere Stern in der Mitte vermutlich Jeggau darstellen soll.