Letzlingen l Zu einem friedlichen Protest gegen Militarismus und Krieg versammelten sich am Sonnabend rund 70 Kriegsgegner auf dem Letzlinger Markt. Viele gehörten zum War-starts-here-Camp in Parleib. Nach Kundgebung und Mahnwache ging es „fünf nach zwölf“ los in Richtung Gefechtsübungszentrum (GÜZ). „Die Uhrzeit hat ihre Symbolik“, so Versammlungsleiter Peter Haese von der BI Offene Heide. Denn nach Ansicht der Friedensstreiter ist der Stand der Rüstungsindustrie nicht länger hinzunehmen.

Etliche Redner nutzten die Gelegenheit, um ihren Standpunkt klar zu machen. Immer wieder kam auch Spott durch. So überreichte Uta Müller vom Reservistinnenverband der antimilitärischen Gruppe Letzlingen – sie selbst ist aber keine Letzlingerin – Helmut Adolf von der BI Offenen Heide ein abmontiertes Warnschild des Truppenübungsplatzes. Das werde man, so Adolf, auf künftigen Friedenswegen als Kuchentablett nutzen.

Friedliches War-starts-here-Camp

Den Zielpunkt der Demo, die Wache des GÜZs durften die Protestler zwar nicht ansteuern. Das hatte der Altmarkkreis im Vorfeld nicht genehmigt. Man habe aber mit Hilfe von Anwälten die Rahmenbedingungen neu verhandeln können, betonte Helmut Adolf. Die zunächst von der Behörde geforderte Formation in Zweierreihen „entspricht schließlich nicht dem Charakter unser Demo“. So ging es in lockerer Anordnung von Letzlingen zum GÜZ.

Bilder

Friedlicher als vielfach in der Vergangenheit lief offenbar auch das gesamte War-starts-here-Camp ab. Rund 100 Teilnehmer seien vor Ort gewesen, so Camp-Sprecher Martin Rubert. Vereinzelt hätten sich auch Bürger für die angebotenen Workshops interessiert. Auch der Einladung zum Bürgerkaffee seien viele gefolgt. Dass es den Demonstranten auf mehr ankommt, als auf den Kampf gegen Militarismus, zeigte Nicole Maaß vom Friedensforum Magdeburg. Sie ließ die Besucher auf einem Banner malen, was sie als eine Alternative zum Krieg sehen. Es entstanden Bilder zum Thema Nachhaltigkeit, Naturschutz und Wegwerfgesellschaft.