Garten im Klimawandel

Was wächst da an der St. Georg Kapelle in Gardelegen?

Bei einem Arbeitseinsatz am St. Georg in Gardelegen wurde im Kräuter-, Nutz- und Heilpflanzen-Garten nicht nur Unkraut gezupft, sondern auch viel Wissen geteilt. Dabei gab es gute Tipps.

Von Stefanie Brandt 13.05.2022, 12:15
Heike Rindt, Christa Ringkamp sowie Anja und Clara Oppor (von links) gehörten zu den fleißigen Helfern im Garten am St. Georg. Die beiden Erstgenannten gaben nach der Arbeit auch noch Tipps zur Kräuternutzung.
Heike Rindt, Christa Ringkamp sowie Anja und Clara Oppor (von links) gehörten zu den fleißigen Helfern im Garten am St. Georg. Die beiden Erstgenannten gaben nach der Arbeit auch noch Tipps zur Kräuternutzung. Foto: Stefanie Brandt

Gardelegen - Würzen nur mit Pfeffer und Salz? Das ist weder besonders lecker, kreativ noch gesund. Interessante Alternativen sind im Garten am St. Georg in Gardelegen zu finden – und auch Menschen, die sich damit auskennen und Tipps geben.

Wer das Metalltor zum Garten an der St. Georg Kapelle in Gardelegen durchschreitet, fühlt sich fast in eine andere Zeit versetzt. Es ist ein bisschen Kloster- und ein bisschen Uromas Garten, ein frischer Duft von Minze und anderen Kräutern weht einem um die Nase.

Was das für Kräuter sind und wie man sie nutzen und selbst anbauen kann, dass wissen Heike Rindt und Christa Ringkamp von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt genau. Beide waren am Mittwoch gemeinsam mit anderen Helfern zu einem Subbotnik im Kräuter-, Nutz- und Heilpflanzen-Garten verabredet. Nachdem sie das Gelände für Kinder, Senioren und alle anderen Gäste wieder fit gemacht hatten, standen sie zum Wissensaustausch bereit.

Pflegeleichte Pflanzen

Sie selbst habe in ihrem Garten eine Art Mittelmeer-Beet und ein Küchenkräuterbeet angelegt, um sich mit den Heilpflanzen jederzeit versorgen zu können, erzählt Heike Rindt. Diese seien insgesamt sehr pflegeleicht und gerade die Mittelmeer-Kräuter wären auch in Zeiten des Klimawandels perfekt. „Man muss sie nicht gießen und auch den Boden nicht besonders vorbereiten“, informiert die erfahrene Hobby-Gärtnerin.

Im Küchenkräutergarten finden sich bei ihr das Bohnenkraut, das nicht nur für Bohnen genutzt wird, sondern auch im Kräuterquark toll schmeckt, sowie Knoblauch und Schnittlauch, wobei man dessen Blüten zum Verzieren nutzen und auch essen kann. Das trifft auch auf die hübschen kleinen Blüten des Borretsch zu, die sich in Getränken gut machen. Die Pflanze selbst sei ein tolles Gewürz für den Gurkensalat. Die Rauke, auch Rucola, und Pimpinelle finden sich ebenfalls im Küchenkräuterbeet.

Zu den besonders hitzeverträglichen und trockenheitsresistenten Kräutern zählen zum Beispiel der Oregano, der auf die Pizza kommt, oder das Heiligenkraut. „Daraus kann man, auch zusammen mit anderen Kräutern einen schönen Duftkranz binden, der Mücken vertreibt“, weiß Rindt.

Vom Thymian schwärmt Christa Ringkamp. „Der schmeckt toll in grüner Kräutersoße, er kann als Erkältungs- oder Hustentee getrunken werden. Es gibt verschiedene Sorten, wie den Zitronenthymian. Und man kann sogar darauf laufen“, macht die Vorsitzende der Gartenakademie auf einen möglichen Ersatz für vertrocknende Rasenflächen aufmerksam.

Rosmarin, das gut zu Kartoffeln passt, Lavendel und natürlich Salbei, der nicht nur bei Halsweh hilft, sondern auch toll in Bierteig ausgebacken schmeckt, oder zu Nudeln oder Leber passt, sind weitere Pflanzen, die dem Klimawandel trotzen.

Ein Heilkraut, das fast jeder kennt, das aber die wenigsten lieben, ist übrigens die Brennnessel. „Die ist sogar Kraut des Jahres 2022“, wissen die Expertinnen und wollen eine Lanze für das „Unkraut“ brechen. 42 Schmetterlingsarten seien auf die Brennnessel angewiesen, ihre Samen würden gut im Müsli schmecken und auch ein Tee oder Smoothie aus den Blättern sei gesund.

Wanderung am 22. Mai

Wer mehr über die vielen Kräuter, deren Anbau und Nutzung erfahren will, dem seien die beliebten Kräuterwanderungen in und um Gardelegen mit Maria Hellge ans Herz gelegt. Die nächste findet am Sonntag, 22. Mai, zwischen 14 und 16 Uhr statt. Treff ist am Torhaus Gardelegen, Salzwedeler Torstraße 34. Die Teilnahme kostet 6 Euro, für Mitglieder der Gartenakademie 5 Euro.

Für den Garten am St. Georg werden noch weitere Bürger gesucht, die sich bei der Pflege des Gardelegener Kleinods engagieren wollen. Gern können sich Interessenten bei Andrea Ehlers von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt, Telefon 0157/36 88 84 88, E-Mail: [email protected], melden.

Der Garten soll nach seinem Corona-Winterschlaf künftig wieder für Schülerinnen und Schüler als außerschulischer Lernort genutzt werden. Die Pflanzenvielfalt erstreckt sich von wilden Blumen und Kräutern bis zu Obstbäumen und Nutzpflanzen.

Kinder lernen im Schulgarten nicht nur wie man die Pflanzen pflegt, sondern auch was man mit der Ernte selbst machen kann: leckere Marmeladen, Chutneys, Pesto und vieles mehr.