Schenkenhorst l In der Kirche Schenkenhorst finden die Weihnachtskonzerte bereits seit einigen Jahren immer erst nach dem eigentlichen Weihnachtsfest statt, was insofern nicht ungewöhnlich ist, als das die kirchliche Weihnachts-Festzeit bis zum 6. Januar andauert. „Der Konzertzeitpunkt hat sich bei uns etabliert, und er wird immer gut angenommen“, erklärte Gordon Sethge vom Gemeindekirchenrat Schenkenhorst.

Auch am Montag freuten sich die Organisatoren über eine volle Kirche. Und der Abend hatte einige besondere und auch schöne Seiten zu bieten. Zum einen konnten die Besucher die Weihnachtslieder, die sie hören und auch mitsingen wollen, auf einer Liste ankreuzen. Zum anderen war ein altes Choralbuch der Kirchengemeinde Schenkenhorst Grundlage für das Konzert. Das Choralbuch wurde 1915 herausgegeben, also vor 150 Jahren. Bearbeitet wurde es von Theophil Forchhammer, einst Königlicher Musikdirektor und Domorganist zu Magdeburg.

"Es ist ein Ros entsprungen" am häufigst

Salzwedels Kirchenmusikdirektor, Kantor Matthias Böhlert, war auf diese Ausgabe aufmerksam geworden. „Der Erste Weltkrieg war in vollem Gange. Damals ging es ohne Zweifel in weiten Teilen der Welt noch mehr drunter und drüber als heute. In dieser Zeit hat man in der Kirche Schenkenhorst Sätze aus diesem Choralbuch gespielt“, sagte Böhlert zur Einleitung. Den ersten Teil seines Orgelkonzerts widmete Böhlert dem Komponisten Moritz Brosig und den zweiten Teil Gustav Merkel. Das Spektrum der Stücke reichte dabei von leise-bedächtig bis zu lautstark-festlich. Böhlert schöpfte das Klangpotenzial der 2012 generalüberholten und noch unverändert erhaltenen August-Troch-Orgel voll aus. Jedem Orgelstück folgte ein bekanntes Weihnachtslied, das Böhlert ebenfalls begleitete.

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Viele Konzertbesucher stimmten dabei mit ein. Zu den am häufigsten gewünschten Liedern gehörten „Macht hoch die Tür“, „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Herbei, o ihr Gläubigen“. Gespielt und gesungen wurden im Laufe des Abends insgesamt zwölf bekannte Weihnachtslieder. Das Publikum zeigte sich begeistert vom Orgelspiel Böhlerts und erklatschte sich abschließend eine Zugabe. In der Pause und im Anschluss an das Konzert konnten sich die Besucher bei Glühwein aufwärmen. Dazu gab es weihnachtliches Gebäck. So bot der gelungene Konzertabend zudem auch noch Anlass zum Plaudern in geselliger Runde.