Gardelegen l Mit einem stimmgewaltigen „Halleluja“ zogen die 27 Sänger und ihr Chorleiter Hans Eggert in die Kirche ein. Es folgte ein anderthalbstündiges Programm, das vom fröhlichen „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ bis zu stilleren Liedern wie „Stell dir vor, es ist Weihnachtszeit“ oder „Tausend Sterne sind ein Dom“ reichte. Ein Höhepunkt war auf jeden Fall das „Stille Nacht“, zu dem Hans Joachim Exler als Solist die russische Fassung vortrug, während Klaus Bernstein den englischen Text zu Gehör brachte. Gänsehautmomente gab es beim Weihnachtslied aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Durchs Programm führte Moderator Hans-Joachim Exler, der die Zuhörer mit Geschichten und Gedichten, wie dem „Geklauten Weihnachtsbaum“ oder „Advent, Advent, mein Handy brennt“, glänzend unterhielt. Zum guten Schluss hieß es: „Und jetzt sind Sie an der Reihe.“ Chorleiter Hans Eggert stieg ins Kirchenschiff hinab und versuchte, die Gäste zum Mitsingen zu bewegen, was nach einigem Zögern auch gelang. Schließlich klang volltönend das Lied „Oh du fröhliche“ durch die Nikolaikirche. Schade, dass einige Bänke frei geblieben waren. Diejenigen, die am Abend vor Weihnachten den Weg ins Gotteshaus gefunden hatten, erlebten einen unvergesslichen Abend und ein hochklassiges Konzert, das durch die eigene Atmosphäre der Kirche viel gewann.

Die meisten Besucher hatten sich warm eingepackt, viele hatten außer Anorak, Schal und Mütze auch dicke Wolldecken mitgebracht, um es sich in dem kalten Gebäude gemütlich zu machen. Gisela Slusarek beispielsweise, die ihrer Familie Plätze in der ersten Reihe gesichert hatte, rollte ihre Enkelkinder Eva Maria und Simon in dicke Decken ein, damit sie sich nicht erkälten. Gegenüber hatte es sich die junge Luci Lenja Letz bequem gemacht und fieberte dem Auftritt ihres Pflegevaters mit dem Männerchor Eintracht entgegen.

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Das Weihnachtssingen hat eine lange Tradition. Bis vor zwei Jahren hatte das Vokalensemble „Musica mundana“ das Konzert gestaltet. Im vergangenen Jahr war es ausgefallen, da sich das Ensemble aufgelöst hatte. Dem Einsatz von Annette Bernstein und des von ihr geleiteten Vereines für Kultur- und Denkmalspflege ist es zu verdanken, dass die Tradition nun fortgeführt wird. Die Eintracht-Sänger waren sofort bereit, einzuspringen. Große Überredungskünste habe sie nicht gebraucht, sagte Anette Bernstein schmunzelnd: „Da singt ja mein Mann mit.“