Gardelegen l Alles neu macht der Dezember, jedenfalls in Gardelegen. „Schließlich soll es spannend bleiben“, sagt René Wendland von der Gardeleger Sparkasse im Namen des Gewerbevereines. Dessen Mitglieder und die Mitglieder der AG-Innenstadt haben sich nämlich für die Adventszeit ein neues Format für den lebendigen Adventskalender ausgedacht. 2018 sollen sich nämlich als Kalenderüberraschung auch verschiedene Ladentüren rund um den Rathausplatz und in der Thälmannstraße öffnen. Zumindest an den Wochentagen. Von Montag bis Freitag sollen dann all jene, die neugierig auf den Inhalt des lebendigen Adventskalenders sind und beim Öffnen des „Türchens“ mit dabei sein wollen, immer um 16.50 Uhr auf dem Rathausplatz abgeholt und an den Ort des Geschehens – also immer in oder vor ein anderes Innenstadtgeschäft – begleitet werden. Dort wartet dann, wie gehabt, ein weihnachtlicher Programmpunkt.

Außerhalb der Öffnungszeiten, also am Wochenende, soll aber weiterhin das alte Konzept gelten. Sonnabends und sonntags organisiert die Stadt den „Kalenderinhalt“ weiterhin auf dem Rathausplatz im Holzhäuschen. „Es ist eine Änderung und das ist auch gut so“, betont Gabriela Winkelmann, die in der Stadt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Ringen um Kompromiss

Die Änderung ist allerdings auch ein Kompromiss, der nach einigem Ringen getroffen wurde. Denn das bestehende Konzept hatte durchaus sein Gutes. In den vergangenen Jahren war der tägliche Treff um 17 Uhr für viele Familien nämlich schon zum täglichen Ritual in der Adventszeit geworden – auch, weil gleich neben der Kalenderhütte der Glühweinstand der Rotarier und der Bratwurststand eines ansässigen Fleischers zur Gemütlichkeit - und bei manchen sogar mal zu einem unproblematischen Abendessen – beitrugen. Einen Stand aber täglich zu öffnen, wenn das Öffnen des Türchens immer an anderen Standorten stattfindet, ist natürlich auch eine Umsatzentscheidung.

Und so weckte das neue Konzept zunächst Zweifel bei den Anbietern von Speis und Trank. Insbesondere die Rotarier, die den täglichen Glühweinverkauf mit freiwilligen Mitgliedern betreiben, um die Einnahmen später komplett an soziale Einrichtungen zu spenden, mussten dann doch erst einmal in sich gehen. „Wir haben uns jetzt aber dafür entschieden, dass wir auch das neue Konzept unterstützen werden“, betonte Rotarierchef Norbert Hartmann gestern auf Nachfrage. „Wir haben über die Situation beraten und sind übereingekommen, dass das große Miteinander das Ziel sein soll.“ Ein mobiler kommerzieller Glühweinanbieter, wie er auch einmal im Gespräch gewesen sei, hätte allerdings dazu geführt, dass sich die Rotarier zurückgezogen hätten, machte Hartmann klar.

Doch nun sei mit dem täglich gleichen Startpunkt – ein Vorschlag von Hartmann – eine gute Lösung gefunden worden.

Rotarier stellen Projekte vor

Die Wartezeit bis zur Abholung – Hartmanns: „Vielleicht immer durch den Nikolaus?“ – wollen die Rotarier übrigens in diesem Jahr dazu nutzen, diejenigen Partner und Projekte vorzustellen, die sie in der Vergangenheit unterstützt haben. Auch um dem entgegen zu wirken, was ihnen so mancher schon vorgehalten habe, nämlich, „dass wir uns mit dem Glühwein dumm und dämlich verdienen.“