Kalbe l Die Müller Behälter- und Transportsysteme GmbH in Kalbe, die zur Paul Müller Transport- und Verpackungsmittel GmbH in Balve (Nordrhein-Westfalen) gehört, wird geschlossen. Das hat die Geschäftsführung auf Volksstimme-Anfrage bestätigt.

In der Himmelfahrtswoche waren die Mitarbeiter des Produktionsbetriebes bei einer Personalversammlung über die geplante Werksschließung informiert worden. Sie erfolgt voraussichtlich im dritten Quartal 2018, da derzeit noch Aufträge abzuarbeiten sind. Dann verlieren 26 Menschen ihren Job.

Hoher Wettbewerbsdruck

„Die Werksschließung erfolgt ausschließlich aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten“, hieß es vonseiten der Geschäftsführung.

„Es war uns trotz intensiver Anstrengungen und hohem persönlichen Engagement, sowohl unseres dortigen Werksleiters als auch der übrigen dort tätigen Mitarbeiter, in den letzten Jahren nicht mehr möglich, dieses Unternehmen noch kostendeckend betreiben zu können.“

Als Ursachen dafür nannte die Geschäfsführung unter anderem verändertes Kundenverhalten und den damit verbundenen Wettbewerbsdruck. „Wichtige Stammkunden fragen Produkte zunehmend europa- und zum Teil sogar weltweit an.“ Die stetig wachsende Anzahl von ausländischen Mitbewerbern habe zu einem deutlichen Preisverfall geführt.

Die Geschäftsführung will sich bemühen, hieß es, den Mitarbeitern beim Übergang in andere Beschäftigungsverhältnisse behilflich zu sein. Den drei Auszubildenden solle ermöglicht werden, ihre Lehre in einem anderen Betrieb zu beenden. Dazu gebe es derzeit konkrete Gespräche.

Das 2004 vom Unternehmen in Balve übernommene Werk in Kalbe befindet sich auf einem Areal an der Vahrholzer Straße, das früher zum Kreisbetrieb für Landtechnik, kurz KfL, gehörte. Was nach der Werksschließung mit den Immobilien passiert, ist derzeit offen.

Bürgermeister Karsten Ruth zeigte sich angesichts der aktuellen Entwicklung sehr betroffen. „Jeder Wegbruch von Arbeitsplätzen tut weh“, zumal es sich hier auch um produzierendes Gewerbe handele, das in der Region ohnehin rar gesät sei. „Eine Neuorientierung dürfte für die Mitarbeiter daher umso schwieriger sein“, so Ruth.