Kakerbeck l Wie Ortsbürgermeister Ulf Kamith den Ortsrat informierte, sei er von der Firma Altmärker Solarstrom darüber informiert worden, dass der Windpark Kakerbeck- Neuendorf einem so genannten Repowering unterzogen werden soll. Das bedeutet, dass ein Teil der dortigen alten Windräder durch neue, leistungsstärkere Anlagen ersetzt wird. Zwischen Kakerbeck und Neuendorf drehen sich bisher 27 Windräder. Nach bisherigen Kenntnissen des Ortsbürgermeisters sei es geplant, etwa zwei Drittel der bestehenden Windkraftanlagen abzureißen. Dafür sollen mehrere neue, deutlich größere und höhere Generatoren errichtet werden. „Der Konzern Enercon ist bei dem Projekt mit im Boot. 12 bis 15 neue Windräder sollen gebaut werden. Das Repowering sieht vor, dass der Abstand der Anlagen zu den Wohnbebauungen vergrößert wird. Bereits 2017/2018 soll der Umbau des Windparks abgeschlossen sein“, führte Kamith weiter aus.

Gemeinderat hatte Vorhaben abgelehnt

Der Ortsbürgermeister zeigte sich jedoch sehr verärgert über diese weit vorangeschrittenen Pläne. Er erinnerte, dass der noch eigenständige Gemeinderat Kakerbeck festgelegt hatte, dass die Windräder nicht höher gebaut werden dürfen. „Dessen ungeachtet wurden die Pläne vorangetrieben und nun werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt!“, machte Kamith seinem Ärger Luft. Damit nicht genug. Der Ortsbürgermeister stellte die Frage nach dem Sinn einer seitens der Investoren geplanten Informationsveranstaltung. Die Bevölkerung solle das Vorhaben demnächst erläutert bekommen. Kamith: „Aber was soll das? Die Pläne sind doch ohnehin bereits geschmiedet. Ich bin der Meinung, dass der Ortschaftsrat und die Bevölkerung schon im Vorfeld hätten informiert werden müssen“, so der Ortsbürgermeister.

Das sieht auch Ratsmitglied Horst Schernikau so. „Das Vorhaben soll uns vorgestellt werden, aber alles ist schon in Sack und Tüten. Unsere Meinung hätte berücksichtigt werden müssen.“ Steffen Lötge erinnerte daran, dass es sich hei dem Windpark um ein ausgewiesenes Windkraft-Vorranggebiet handele. „Meiner Meinung nach müssen wir uns jetzt vor allem dafür stark machen, dass die alten Anlagen, die nahe der Wohnbebauungen viel Lärm verbreiten, ersetzt werden. Sprich, wir müssen versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten Einfluss zu nehmen.“

Biogasanlage wird erweitert

Seine Zustimmung gab der Ortschaftsrat einem weiteren Vorhaben im Zusammenhang mit der Erzeugung regenerativer Energie. Die Biogasanlage Kakerbeck soll erweitert werden. Wie Ulf Kamith erläuterte, soll auf dem bestehenden Betriebsgelände ein zweites Blockheizkraftwerk und ein weiterer Gasbehälter mit einer Gashaube versehen werden. „Die Biogasanlage dient allein der Stromerzeugung. Wie den Plänen zu entnehmen ist, soll durch die Erweiterung nur mehr Pflanzenmasse, nicht jedoch mehr Gülle als bislang zur Biogaserzeugung vergoren werden“, informiere Kamith.

Der Ortsrat Kakerbeck habe sich mit dem Erweiterungsvorhaben vor längerer Zeit schon einmal befasst. Jedoch hatten die Unterlagen noch Fragen offen gelassen. Die Planung sei nunmehr ergänzt worden. Zu dem Projekt gab es im Ortsrat kaum Diskussionen. Das Gremium segnete das Vorhaben einstimmig ab.