Gardelegen l Heftiger Schneefall am Sonntag, eisige, starke Böen, die zu Schneeverwehungen führten, Minusgrade im zweistelligen Bereich – auch tagsüber. Am Montag fielen die Flocken weiter vom Himmel, wenngleich auch nicht mehr ganz so heftig. Der Wind war aber erneut eisig. Und Dauerfrost. Am Vormittag immerhin Minus neun Grad. Mit der ersten Unwetterwarnung hatte die Verwaltung bereits in der vorigen Woche die weiteren Schritte in Sachen Winterdienst festgelegt. Nicht zuletzt auch wegen der Probleme bei den ersten Schneefällen in der vergangenen Woche. „Da hatte der Winterdienst im Ortsteil Gardelegen gar nicht funktioniert“, räumte Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher ein.

Der Winterdienst sei jetzt wesentlich erweitert worden, mit Blick auf die entsprechende Satzung der Stadt für normale Winter. Um einen solchen handele es sich in diesen Tagen nicht, betonte Schumacher. Sind im Regelfall 15 Firmen für den Winterdienst in allen Ortsteilen vertraglich gebunden, sind es nun fast 20.

Mittlerweile bieten Firmen, die über entsprechende Technik verfügen, schon selbst ihre Dienste an. Für die Technik im stadteigenen Bauhof wurden zusätzlich neue Schiebeschilder gekauft.

Krisenstab tagt

Am Montagmorgen tagte in der Stadtverwaltung ein Krisenstab. „Im Bauamt wird nur noch für den Winterdienst gearbeitet“, so Schumacher. Im Auftrag der Stadt waren am Wochenende schon die ersten Firmen im Einsatz. Am Montag wurde seit 4 Uhr morgens gearbeitet.

Im klassischen Winterdienst werden normalerweise nur die Hauptstraßen vom Schnee befreit, also überall dort, wo Busse fahren, wo viel Verkehr ist. Anliegerstraßen werden in der Regel nicht beräumt.

Tiedgestraße ist dicht

Das ist in diesen Wintertagen nun anders. Zu den Hauptstraßen mit viel Verkehr und Busbetrieb – der wurde allerdings vorübergehend eingestellt – werden nun auch Nebenstraßen beräumt. „Vor allem an Punkten, wo man den Schnee nur noch von A nach B schiebt“, erläuterte Schumacher. Als Beispiel führte sie die Bahnhofstraße an. Dort wurde geschoben. Das hatte zur Folge, dass mit den Schneemassen die Tiedgestraße dicht gemacht wurde. Unterdessen wird der Schnee auch schon mit Lkw aus der Stadt transportiert, weil kein Platz mehr vorhanden ist, vor allem aus den Bereichen Sandstraße, Bahnhofstraße und Letzlinger Straße.

Der Winterdienst sei allerdings insgesamt eine große Herausforderung. „Soeben wurde eine Straße geschoben, wenig später war die durch den ständigen Schneefall und die Verwehungen wieder dicht“, so Schumacher. Eine Herausforderung auch für Anlieger und Grundstückseigentümer, die weiterhin für die Beräumung der Gehwege zuständig sind.

Ortsbürgermeister entscheiden

Nach den Hauptstraßen sollen auch die Nebenstraßen beräumt werden. Nicht alle, aber zumindest die Straßen, wo viele Menschen wohnen, wo sich Kindereinrichtungen befinden, wie etwa die OdF-Straße. Der Winterdienst wird auch in kleinen Orten wie Ipse oder Ziepel im Einsatz sein. Die Verwaltung habe zudem allen Ortsbürgermeistern freie Hand gelassen, zu entscheiden, wo zusätzlich zu den Festlegungen in der Winterdienstsatzung Schnee beräumt werden muss. Die Stadt bittet aber um Geduld. „Die Firmen können nicht überall gleichzeitig sein. Alles wird nacheinander abgearbeitet“, versicherte Schumacher.

Nach den Wetterprognosen soll es am Mittwoch nicht mehr schneien. Das Wetter soll ruhiger werden. „Bis dahin haben wir hoffentlich alles beräumt, so dass die Menschen hier im Flachland dann auch die schönen Seiten des Winters genießen können“, so Schumacher.

Als Zwischenlagerplatz für die Schneemengen bis zum Einsetzen des Tauwetters dient eine Fläche zwischen Arbeitsamt und Bürgerpark an der Burgstraße, informierte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Alle 49 Ortsteile werden winterdienstmäßig betreut. Neben Firmen seien es auch Landwirte, die die Arbeiten übernommen haben. Auch Wiesel hofft auf eine Wetterberuhigung. Allerdings bleiben die Temperaturen im frostigen Bereich. „Der Schnee wird uns also erst mal auch weiterhin erhalten bleiben“, so Wiesel.

Die Stadt sei normalerweise immer ordentlich vorbereitet, was den Winterdienst betrifft. „Nicht aber auf einen Jahrhundertwinter. Wir haben jetzt eine Sondersituation“, betonte Mandy Schumacher.