Gardelegen l Wer dienstags und donnerstags in der Gardelegener Innenstadt Besorgungen zu machen oder Wege zu erledigen hat und von außerhalb mit dem Pkw kommt, der hat oft so seine Probleme, einen Parkplatz zu finden, vor allem vormittags. Denn an diesen Tagen findet der Wochenmarkt statt – derzeit entlang der Ernst-Thälmann-Straßen-Einkaufsmeile und nicht auf dem Rathausplatz wie sonst, um die empfohlenen größeren Abstände aufgrund der Corona-Pandemie einhalten zu können.

Rund 25 Jahre zuständig

Für die Organisation und das Betreiben des Wochenmarktes war seit rund 25 Jahren der Gardelegener Gewerbeverein zuständig, der sich 1991 gegründet hatte. Einige Jahre später habe der Verein die Verantwortung von der Stadt übernommen, erinnerte sich Peter Jaenicke, der von Beginn an den Vereinsvorsitz inne hat. Vorher hatte ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Organisation in den Händen. Aus den Vereinsreihen heraus wurde dann ein Marktleiter bestellt. Die vergangenen zwei Jahre erfüllte Vorstandsmitglied Hagen Pohlan diese Aufgabe. Er hatte 2018 Ulrich Grau abgelöst, der zuvor 15 Jahre lang Marktleiter gewesen war.

Zu den Aufgaben eines Marktleiters gehören unter anderem, den Kontakt zu den Marktbeschickern zu halten, immer ein offenes Ohr für sie zu haben und auch neue zu akquirieren, ihnen auf dem Platz einen Standort zuzuweisen, die Standgebühr zu kassieren, für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen und am Ende eines Markttages die versenkbaren Energieständer wieder ins Straßenpflaster einzulassen.

Markt soll erhalten bleiben

Doch die Ära des Gewerbevereins als Marktbetreiber endet nun. Zum 31. Dezember wird der Verein das Betreiben des Wochenmarktes abgeben. Doch natürlich soll dieser erhalten bleiben, denn er hat sich etabliert, wie Umfragen in den vergangenen Jahren ergaben. So steht es auch in der Ausschreibung zur Betreibung des Wochenmarktes, die jetzt die Stadtverwaltung veröffentlicht hat. Interessenten können sich noch bis zum Freitag, 18. Dezember, mit Vorlage eines Betreiberkonzeptes im Fachbereich Sicherheit und Ordnung bewerben.

Zukunft ist ungewiss

Logistisch und finanziell sei der Wochenmarkt für den Gewerbeverein nicht mehr zu leisten gewesen, erklärte Peter Jaenicke die Gründe, sich zurückzuziehen. Außerdem sei die Zukunft des Gewerbevereins selbst ungewiss. Denn er werde definitiv nicht weiter für den Vorsitz zur Verfügung stehen. „Ich habe das rund 30 Jahre gern gemacht, aber jetzt ist es genug“, machte der 83-Jährige deutlich. Er habe das zwar schon seit einigen Jahren immer wieder angekündigt, aber nun stehe es definitiv fest.

Bisher sei es so, dass niemand den Vorsitz übernehmen wolle, bestätigten auch Claudia Steffens und Christiane Weiß-Carle vom Vereinsvorstand, in dem auch noch Hagen Pohlan, Ulf Ulrich und Ramona Weber mitarbeiten. Und sollte sich bis zur Jahreshauptversammlung, die im nächsten Jahr stattfinden müsse, niemand finden, würde das die Auflösung des rund 30 Mitglieder zählenden Gewerbevereines Gardelegen zur Folge haben.