Gardelegen l Der demografische Wandel ist bei der Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) in Gardelegen schon seit Jahren ein Thema. Die Bevölkerung wird immer älter. Und mit dem Alter steigt auch das Risiko von Krankheiten. Und dennoch wollen viele Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen und in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Darauf hat die Wobau reagiert und mit dem Anbau von Fahrstühlen in der Gartenstraße begonnen. Die Aufzüge in den Eingängen 13, 15 und 17 sind jetzt fertiggestellt. „Eigentlich sollten sie zu Weihnachten schon nutzbar sein“, sagte Wobau-Geschäftsführer Wolfgang Oelze. Allerdings stehe noch die TÜV-Abnahme aus. Oelze geht davon aus, dass Mitte/Ende Januar die Fahrstühle in Betrieb genommen werden können.

Mieter brauchen eine Bleibe

Und dann soll es auch gleich weitergehen mit dem Anbau von Fahrstühlen in den Eingängen 19, 21, 23 und 25. Allerdings sei das Ganze recht aufwendig, denn jeder Aufgang werde aufgesägt. Verbunden mit dem Fahrstuhlanbau ist auch der Einbau eines neuen Treppenhauses, um die entsprechenden Höhenunterschiede angleichen zu können. Genau eine Woche Zeit braucht die Firma, um das alte Treppenhaus auszubauen und das neue einzubauen. Für die Mieter bedeutet das, dass sie sich für eine Woche eine neue Bleibe suchen müssen. Wer nichts findet, wird von der Wobau in eine Pension oder in ein Hotel vermittelt. Zum Schluss ist dann noch der Maler in den Eingängen im Einsatz.

1,5 Millionen Euro kostet das Fahrstuhlprogramm für 2021. Pro Aufzug sind das 350 000 Euro. 100 000 Euro werden gefördert. Die Wobau kann dafür das Aufzugsprogramm Sachsen-Anhalt nutzen. Wenn alles fertig ist, hat die Wobau insgesamt vier Millionen Euro investiert.

Vier Millionen Euro werden investiert

Dann sind alle elf Eingänge der Gartenstraße mit insgesamt 110 Wohnungen mit einem Aufzug ausgerüstet. Zum Abschluss der Arbeiten werden die Außenanlagen mit einer Zufahrt, Pkw-Stellplätzen und Grünflächen neu gestaltet. Dort befindet sich jetzt noch der Bauplatz.

Mit der Gartenstraße werden dann 200 Wohnungen von insgesamt 1400 Wohnungen der Wobau ebenerdig erreichbar sein. Der Bedarf sei vorhanden. „Das hat Gardelegen auch gebraucht“, betonte Oelze. Das Wohngebiet Schlüsselkorb an sich – dort hat die Wobau 425 Wohneinheiten – verliere Einwohner. Viele Familien würden in den neuen Eigenheimgebieten in Gardelegen ein Haus bauen. Dazu käme die Altersstruktur. Nach und nach würden Senioren in die Alters- und Pflegeheime ziehen. „Aber solche Blöcke wie der in der Gartenstraße gewinnen“, so Oelze. Es werde schon gezielt nachgefragt, ob die Blöcke mit Fahrstühlen ausgestattet sind. Und das sei nicht nur wichtig für die ältere Generation, auch für junge Familien mit kleinen Kindern, um mit Kinderwagen und Einkaufstaschen bequem zu den Wohnungen zu gelangen – ohne Treppensteigen.

Nach dem Pilotprojekt des Landes und der Wobau im demografischen Bauen an der Straße der Freundschaft 10-12 mit Komplettsanierung des Plattenbaus und mit dem Anbau von Fahrstühlen wurde im vorigen Jahr das Fahrstuhlprogramm an der Gartenstraße 5, 7, 9 und 11 gestartet. Das soll nun in diesem Jahr beendet werden.